THE WOLF OF WALL STREET (2013)

Heftig aber doch sehr lustig, lang aber nicht langweilig. Dass so ein Film für reichlich Diskussion und Meinungsverschiedenheit sorgt, war sowas von klar. Selten wurde so ein „einfach gestrickter“ Film so unterschiedlich interpretiert und wahrgenommen. Es kommt mir schon fast vor wie: Sag mir wie dir The Wolf of Wall Street gefallen hat, und ich sage dir was für ein Mensch du bist. Für mich ein gut gemachter Spaß-Film den man natürlich hinterfragen kann, aber nicht muss. Ich tue es jedenfalls nicht.

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Inhalt

Die Wahre Geschichte über die heißen Jahre von Jordan Belfort, einem Aktien-Broker der sich jahrelang alles vom Leben geholt hat, einfach nur weil er es konnte. Belfort bekommt zwar am Ende die Rechnung präsentiert, aber schließlich ist nichts im Leben umsonst, wie jeder weiß.

Scorsese und New York und DiCaprio

Scorsese kann so gut mit New York und mit DiCaprio. Dass diese Kombination zu etwas gutem führen würde war fast schon vorprogrammiert. In den letzten 10 Jahren hat Scorsese bis auf einen, keinen Film ohne Leo gemacht: Gangs of New York, Aviator, The Departed, Shutter Island. Bis auf Aviator, den ich nicht kenne, sind ihm auch alle recht gut gelungen, doch The Wolf of Wall Street ist noch ein bisschen besser und auf jeden Fall anders. Ich hätte dem 71-jährigen Scorsese ehrlich gesagt so einen provokanten, sehr jungen Film nicht zugetraut. Respekt!

Ich und der Wolf

Ein Herz und eine Seele. Ich habe mitgelacht, mitgefeiert, war entsetzt, überrascht und erfreut – 3 Stunden lang, die wie im Flug vergangen sind. Es gab zwar mehr nackte Weiber als irgendwas anderes – Da waren sogar mehr Brüste und nackte Haut als Geld und Drogen. Aber so wirds wohl gewesen sein. Wenn man eine wahre Geschichte erzählt darf man nichts auslassen. Mir hat’s gefallen – nicht die nackten Weiber – der Rest vom Film. Ich wurde so gut unterhalten, wie schon lange nicht mehr. Besonders mochte ich, dass Mr. Belfort manchmal in die Kamera sah und uns direkt ansprach – manchmal durfte man ihm sogar beim Denken zuhören. Übrigens: Am Ende des Films gibt es einen Cameo-Auftritt des echten Jordan Belfort. Achtet auf den Moderator. (Danke für den Tipp Marry)

Oscar

Der Film bietet zwar keine herausragende (allerdings eine sehr unterhaltsame) Geschichte, dafür ausgezeichnete Schauspieler. Somit wäre ich nicht traurig wenn der Film nicht mit einem Oscar gekürt wird, dafür sollte Leo, wenn möglich, gleich 2 bekommen. Er hätte es sich ehrlich verdient. Ich habe selten jemanden so intensiv und exzessiv spielen gesehen wie Leo in The Wolf of Wall Street. Er hat sich definitiv mehr als nur den A… aufgerissen. Und jetzt hol dir den Gold-Jungen Leo, wer weiß wann sich das nächste Mal so eine gute Gelegenheit dafür bietet.

4,5

Erscheinungsdatum: 25. Dezember 2013 (Vereinigte Staaten)
Regisseur: Martin Scorsese
Länge: 180 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16
Story: Jordan Belfort
Musik von: Robbie Robertson, Howard Shore

So unterschiedlich sind die Meinungen:
Filmherum (3,5/5)
Going to the Movies (5/10)
Gurkknauer’s Kulturblog
Miss Booleana (9/10)
Owley (10/10)
Ziemlich beste Filmkritiken (9/10 – 10/10)

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15 Gedanken zu “THE WOLF OF WALL STREET (2013)

  1. Tatsächlich spannend, wie stark der Film polarisiert – wir vermissten die Distanz, die nötig gewesen wäre und empfanden vieles als redundant bei einer so langen Laufzeit. Von der immer und immer wieder gezeigten, penetranten und problematischen Frauendarstellung ganz zu schweigen. Lesenswert dazu auf jeden Fall Alex (http://realvirtuality.wordpress.com/2014/01/06/nach-the-wolf-of-wall-street-habe-ich-mich-schmutzig-gefuhlt/), Sophie (http://www.kino-zeit.de/blog/b-roll/the-wolf-of-wall-street-und-die-nackte-ironie) und der Podcast der üblichen Verdächtigen (http://schoener-denken.de/blog/index.php/wolf-of-wall-street/).

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    1. Ja wie schon erwähnt, man kann den Film sehr kritisch betrachten, muss man aber nicht. Man kann ihn genießen oder sich darüber aufregen. Ich kann verstehen dass man ihn nicht mag und sich an fast allem darin stört, aber mir hat er eben gefallen und es gab fast nichts was mich gestört hat – und das obwohl ich eine Frau bin. Da werden mich deine Verriss – Lesetipps leider auch nicht vom Gegenteil überzeugen können. 😉

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  2. Da freue ich mich ja sehr für dich, dass die Zeit wie im Fluge verging. Ich habe irgendwann nur noch da gesessen und gehofft, dass es bald vorbei ist. Mir war das Ding eindeutig zu lang… und irgendwann war ich dem Ganzen auch überdrüssig.

    Leo war schon toll, gar keine Frage, aber er war mir hier etwas zu sehr over-the-top. Zu viel, zu krass…. overacting drei Stunden lang. Am Anfang fand ich das super, die erste Stunde des Films ist auch einfach nur großartig… aber danach verliert sich Scorsese meiner Meinung nach ein bisschen in Belanglosigkeiten…

    Ich wollte den so sehr mögen, aber es hat einfach nicht sein sollen… keine Ahnung… naja… freut mich ja, dass er dir wenigstens gut gefallen hat. 😀

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    1. So wie dir ging es wohl vielen. Habe ich des öfteren gelesen. Kann ich irgendwie schon verstehen, dass es einem so gehen kann bei dem Film. Da spalten sich die Geister wirklich sehr extrem.

      Vielleicht hattest du auch einfach zu hohe Erwartungen an den Film.Kenne ich nur zu gut (Matrix Reloaded und Man of Steel beste Beispiele dafür). Manchmal sind sie so hoch, dass der Film gar keine Chance hat ihnen gerecht zu werden. Das hatte ich hier nicht, darum war ich ganz entspannt und konnte genießen. Ich wollte ihn nicht unbedingt mögen und tat es dann überraschend doch. 🙂

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  3. Ich freue mich sehr auf den Film. Leo sehe ich sowieso immer gerne. Für mich der zurzeit wohl beste Schauspieler. Auch Scorsese kann meist bei mir punkten, insofern sehe ich da keine Probleme – und ein wenig Kontroverse kann ja nicht schaden… 😉

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  4. Ich hab auch herzlich gelacht … der absolute Höhepunkt war für mich die Treppe und überhaupt alles was unmittelbar danach passiert. Grandios. Dass der Kerl so lustig sein kann? Ich wünsche mir so sehr, dass er den Oscar bekommt.
    Jordan Belfort hätte gegen Ende trotzdem noch etwas mehr leiden können finde ich 😉
    Danke fürs verlinken 😀

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    1. Oja definitiv das absolute Highlight des Films: http://youtu.be/Vr3151RdQWE … kann man immer wieder sehen.

      Ach der hat doch bloss getan was die meistern tun würden, wenn sie Geld wie Heu hätten. Ausserdem gibt es weitaus schlimmere Verbrecher, als die die andere reiche Menschen abzocken. 😉 Der Verrat am Ende war allerdings nicht sehr nett, aber er ist ja auch kein netter Mensch.

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  5. Tja, ich gehöre zu der Gruppe, die sich irgendwann furchtbar gelangweilt hat. Am liebsten wäre ich gegangen, aber der Gruppendruck hält einen dann doch im Sitz so mitten in der Reihe 😛

    Leo spielt allerdings tatsächlich super, was mir aber leider seine Rolle noch immer nicht ans Herz wachsen lässt. Wahrscheinlich war es mir einfach zu viel.

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    1. Ich kann’s ja eh verstehen, wenn man zur andern Gruppe gehört. Diese klare Teilung der Meinungen finde ich immer wieder spannend. Da freue ich mich zu sehen wer wo steht. 😉 War ja vor gar nicht all zu langer Zeit mit „Spring Breakers“ dasselbe. Da warst du allerdings in der Pro-Gruppe soweit ich mich erinnern kan.

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      1. Stimmt. Wobei ich doch sagen würde, dass die Mehrzahl der Befürworter von SPRING BREAKERS immer auf eine Botschaft des Films verweisen, die der Kritik ziemlich deutlich entgegenwirkt.
        Bei WOLF scheint es eher Geschmackssache zu sein. Bisher jedenfalls hat mir noch niemand ernsthaft darlegen wollen (oder können), was hinter Scorseses neuestem Werk steckt. Und ich befürchte, unter der schillernden Oberfläche gibt es da nichts aufzudecken.

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  6. Wir sind uns einer Meinung! Mein Kollege Micahel hat ihm 9 von 10 gegeben, ich sogar 10 von 10! War einfach nur begeistert von den Bildern, Schauspielern und dem Soundtrack! Mir kam es nur am Ende etwas so vor, als ob Scorsese unbedingt die drei Stunden einhalten wollte! Hab aber gestern gelesen, dass eventuell eine 4 Stunden-Fassung auf DVD/Bluray gepant ist!! Da kann ich mich dann schon jetzt auf was freuen!!:-) Vieel Grüße Chris

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