CLOUD ATLAS (2012)

Eine passende Kritik über diesen Film zu verfassen ist so wie der Film selbst. Überaus mühsam. Ganze sechs Geschichten werden hier erzählt. Und nicht nur das. Es sind sechs Geschichten aus verschiedenen Zeiten mit immer gleichen Schauspielern, die zwar zusammenhängen, man aber den Zusammenhang kaum wahrnimmt, wenn man ein schlechtes Namengedächtnis hat, und weil die Geschichten alle paar Minuten wechseln. Pures Chaos.
cloudatlas

Die nicht fassbare Geschichte

1849 – Ein Anwalt kommt zu der großartigen Erkenntnis dass Sklaverei unmenschlich ist. 1936 – Ein unerfahrener Komponist schreibt eine großartige Symphonie, Das Wolkenatlas-Sextett. 1973 – Eine Reporterin bekommt ihre große Chance. 2012 – Einem Verleger fällt das Skript seines Lebens in die Hände. 2144 – Ein gezüchteter Klon aus der Zukunft verändert die Welt. 106 Winter nach der Apokalypse – Wann war die Apokalypse? Was ist passiert?

Der film ist eine Katastrophe

Hätte man ihn auf drei Erzählstränge reduziert, oder von mir aus einen Zweiteiler daraus gemacht mit je drei Geschichten, wäre er vielleicht sensationell geworden. Hätte man die Geschichten nacheinander erzählt, hätte er Sinn gemacht, wäre spannend und unterhaltsam gewesen. Doch so wie er ist, ist er nur anstrengend. Man wird regelrecht von ihm erschlagen und das ewige drei Stunden lang. Und dass sich in diesem Film berühmte Schauspieler verkleiden, macht ihn nur noch unruhiger. Wie soll man sich auf die Handlung konzentrieren, wenn man die ganze Zeit versucht zu erraten, wer hinter der Maske steckt? Man muss diesen Film definitiv öfter sehen um alles zu begreifen, aber ehrlich gesagt habe ich darauf keine Lust. Schade. Verschwendetes Potential.

Die Wachowskis hätten es besser wissen müssen

Schließlich ist Matrix ein Dreiteiler. Auch von Tom Tykwer (Lola rennt, Das Parfüm) hat man mehr erwartet. Dieser Film scheitert eindeutig an seiner Regie. Ich bin zwar enttäuscht, aber ich verzeihe ihnen, denn sie hatten offensichtlich Gutes im Sinn. Die Geschichte ist sicherlich fabelhaft, sie ist witzig, klug und sogar schockierend … aber wozu die Durcheinandererzählerei? Ob David Mitchell mit der Verfilmung seines Buches zufrieden ist?

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mein medium: blu-ray – private sammlung
links: wiki, IMDb

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7 Gedanken zu “CLOUD ATLAS (2012)

  1. Schade, dass dir der Film nicht gefallen hat. Für mich war er das Beste, was ich in letzter Zeit gesehen habe. Hat voll ins Schwarze getroffen und ich wurde emotional gepackt. Aber so ist das eben mit Filmen: Geschmackssache und das ist gut so! 🙂

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  2. Hab mir gerade deine Rezession durchgelesen und finde es schön, wie du den Film empfunden hast. Schade dass es mir nicht auch so ging. Ich konnte mich leider nicht so darauf einlassen, obwohl ich, wie schon gesagt die Geschichte gut fand. Die Umsetzung hätte einfach viel besser sein können. Oft kann ich akzeptieren, wenn ein Film nicht ganz so gut umgesetzt ist, aber hier ist es einfach jammerschade … Aber irgendwie schön dass er doch einige erreichen konnte. Ich mag Filme über bei denen Meinungen so sehr auseinander gehen 🙂

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  3. Bis jetzt habe ich von Cloud Atlas sehr unterschiedliche Reviews gelesen. Während manche Rezensenten von diesem Film begeistert sind, empfinden ihn andere als unübersichtlich und emotionslos. Was verwobene Handlungsstränge betrifft, so hat mir "The Fountain" sehr gut gefallen, welcher ebenfalls zwiespältig aufgenommen wurde.

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  4. Ich glaube, dass es nicht schaden kann, wenn man sich vorab informiert bevor man an den Film herangeht. Wenn du vorher weißt wie sie zusammenhängen, bzw. welchen Sinn sie verfolgen, ist das sicher vergnüglicher. Ich hatte leider Null Information, weil das normalerweise meine bevorzugte Herangehensweise ist. Tja und diese Möglichkeit sollte man bei jedem Film haben, finde ich ;)"The Fountain" kenne ich leider nicht und auch nichts vergleibar verstricktes. Und eben wie gesagt. Oft macht die Durcheinandererzählerei Sinn, bzw. ist für etwas gut … hier sehe ich das leider nicht!

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  5. ich habe diesen Film geliebt 😮

    trotz Avengers, Batman und Hobbit mein großes Kino-Highlight 2012 gewesen

    aber mit dem erschlagen werden hast du schon recht, der Film muss einem liegen um voll drauf einsteigen zu können und die Dauer ist (v.a. außerhalb des Kinosaals) doch sehr happig 😉

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