GRAVITY (2013)

Innovativ … ist das Wort das mir als erstes in den Sinn kommt. Mit nichts vergleichbar … und das Gefühl das er beim Zuschauer auslöst ist sehr schwer in Worte zu fassen. Ich empfinde Erfurcht und bin mit Freude erfüllt, weil meine enormen Erwartungen zum Glück erfüllt wurden. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte Angst, dass er mich am Ende enttäuscht … aber das hat er nicht, ganz und gar nicht!

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Das Neue

Alfonso Cuaróns Gravity beginnt sehr ruhig und atmosphärisch, aber die Action lässt nicht lange auf sich warten. … Er baut die Spannung immer wieder extremst auf, um dann ganz kurz in einem ruhigen Moment zu verharren. Er lässt uns Zuschauer immer wieder kurz Luft holen, aber nur so viel wie unbedingt nötig. Durch das beeindruckende Zusammenspiel der grandiosen Kameraführung (Emmanuel Lubezki) und des perfekten Klangspieles (Steven Price), befindet man sich von der ersten Minute an im Kopf von Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock). Aber nicht wörtlich, so wie bei Alexandre Ajas MANIAC, über den ich kürzlich berichtet habe. Man sieht nicht durch ihre Augen … Man ist nur ganz, ganz nah bei ihr. Man hört jeden Atemzug und sieht nahezu jeden einzelnen Gesichtausdruck in Nahaufnahme. Man fühlt das was sie fühlt, die ganze Zeit über … Und das ist wirklich ein neues Gefühl … unfassbar einnehmend. Am Ende war mir sogar ein wenig schwindlig vor lauter IMAX und 3D und der nicht enden wollender Schwerelosigkeit. Quasi ein „Ganz-Körper Erlebnis“.

Das Ende

Mich hat der Film gefesselt und zwar viel mehr durch seine Machart, als durch die Geschichte, die er erzählt. Denn er erzählt von einem Abenteuer im All und lässt uns ein bisschen in die Seele einer Frau blicken, die mit einem inneren Konflikt zu kämpfen hat … Die Geschichte ist sehr einfach … was gut ist, denn die Erzählweise ist das worum es eigentlich geht. Aufgrund dieser Tatsache hatte ich regelrecht Angst vor dem Ende, denn genau das hängt nicht von der Aufmachung des Filmes ab, sondern von der Geschichte. Wie soll so ein Film enden? Gegen Schluss gab es ein paar Momente bei denen ich mir dachte … „so jetzt muss er enden, damit könnte ich leben“ … doch er ging immer weiter bis dann wirklich das Ende kam … und DAS war perfekt! Es war einfach ergreifend, denn in dem Moment fällt einem der Name des Films wieder ein „Gravity“ … und der hier dargebotene Abschluss verkörpert die Sinnhaftigkeit dieses Titels . Wie genial! Gut gemacht Mr. Cuarón (Alfonso Cuarón haben wir sonst noch: Harry Potter und der Gefangene von Askaban – Regie / Children of Men – Regie, Drehbuch und Cut / Pans Labyrinth – Produzent … zu verdanken). Ein hoch auf Dein unvergessliches und einzigartiges Meisterwerk. 

Ich mag das …

… wenn es Filmemacher schaffen, trotz der Filmischen Vielfalt die heutzutage herrscht etwas so  innovatives zu erschaffen. Ich mag diese Risikobereitschaft, denn es hätte gut sein können, dass der Film nicht so ein Erfolg wird. Und ich liebe es, wenn ein Film den Schauspielern Großes abverlangt, wie hier Sandra Bullock. Ich wundere mich trotzdem, dass Gravity zu so einem Riesen-Hype und Blockbuster mutiert ist, denn so wirkt er gar nicht. Das Geheimnis liegt wahrscheinlich darin, dass der Film ausreichend Tiefe besitzt um ein Kunstfilm zu sein … aber trotzdem mit Actionszenen gespickt ist. Für mich hätten ein paar weniger Action-Szenen auch ausgereicht, aber das Konzept funktioniert für ein großes Publikum so definitiv besser … wieso also nicht. Ich kann auch nicht anders als ihm die volle Punktzahl zu geben, aber nur weil das Ende so ist wie es ist … Ein anderes Ende hätte ihn vermutlich einen halben DeLorean gekostet … Ach ja George Clooney hat auch mitgespielt, als guter Geist quasi …

5

Mein Medium: Kino – Cineplexx (IMAX 3D)
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10 Gedanken zu “GRAVITY (2013)

  1. Ich fande ihn auch sehr gelungen, auch wenn ich ihm nicht die volle Punktzahl gegeben habe sondern „nur“ 8/10. Mir wird auch in erster Linie die Optik, die Kamerafahrten und die gesamte Inszenierung in Erinnerung bleiben. Allein für die Eröffnungssequenz hat sich der Kinobesuch schon gelohnt.

    Am Blockbusterimage wird wohl der Trailer mindestens mitschuld sein. Wenn man sich den anguckt, erwartet man ja fast zwangsläufig einen Actionkracher. Dass dann die Ebene hinzukommt, die sich mit der Gefühlswelt auseinandersetzt und dann diese beiden Elemente noch so gut zusammenspielen, sorgt dann wohl für das Gefühl, einen unterhaltsamen und gleichzeitig tiefgreifenderen Film gesehen zu haben.

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  2. Ich habe den Film auch gerade gesehen und bin immer noch hin und weg. So ganz uneingeschränkt perfekt mag ich den Film (noch) nicht finden. Dennoch nahe dran. Auf jeden Fall ein tolles Erlebnis (auch im IMAX gesehen), das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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    1. Ich finds toll, dass du auch mal wieder im Kino warst und wir uns über einen aktuellen Kinofilm unterhalten können. 🙂 Ich bin IMAX Fan, aber das 3D ist einfach nicht mein Ding … Irgendwie merke ich immer nur die ersten 10 Minuten was davon, den Rest des Films stört es einfach nur, 2 Brillen aufzuhaben. 😉 Ich bin gespannt wie er in 2D wirkt.

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  3. Wie Du diesen Film erläuterst finde ich einfach großartig – es stimmt wirklich – das Minimum an agierenden Personen reduzierte sich durch eine fantastische Sandra Bullock von zwei auf eins.
    Für mich bestätigte sich auch die Tatsache, dass der Mensch in der Lage ist, weit über seinen Fähigkeiten zu agieren, besonders dann, wenn er noch °geistigen“ Beistand erhält.
    Dass der Film ein happy end hat stand für mich außer Frage und ich bin froh, dass ich ihn in netter Gesellschaft genießen durfte.

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    1. Freut mich wenn ich mir meiner Erläuterung den Film für dich noch besser machen konnte … Genau deswegen mache ich das hier nämlich. 🙂

      Für Sandra Bullock definitiv die Rolle ihres Lebens. Sie hat die Chance die man ihr geboten hat wirklich genutzt …

      Ich glaube wir nehmen euch jetzt öfter mit ins Kino.

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