‚Safety Not Guaranteed‘ und die Qual der Wahl

Sonntag Abend und die immer gleiche Frage

„Welcher Film darf es sein?“ Wie heißt es so schön? „Wer die Wahl hat, hat die Qual“. Denn nicht nur, dass mein Mann und ich im Besitz von ca. 1300 Filmen auf haptischen Datenträgern sind, nein wir haben auch Apple TV und nun auch noch Netflix. Die Antwort auf die Frage: „Was sollen wir uns heute ansehen?“ wird dadurch nicht leichter und die Entscheidung nimmt nun noch mehr Zeit in Anspruch. Nicht ganz unwichtig zu erwähnen ist auch, dass mein Mann bei der Filmauswahl ein sehr viel besseres Händchen bewiesen hat als ich. Aus diesem Grund lasse ich meistens seinen Willen walten. Und so geht es jedes mal auf und ab, hin und her, bis die Entscheidung endlich gefallen ist. In letzter Zeit tendieren wir mehr zu iTunes und Netflix als zur heimischen Sammlung, meist aus Bequemlichkeitsgründen, weil man den Filminhalt, den Trailer die Laufzeit und all die anderen Dinge schon vor sich am Fernseher hat, und nicht erst aufstehen und sich vor das Regal stellen muss. Der Gedanke, dass es vermutlich kein Zurück mehr gibt zu dieser mechanischen Filmauswahl, macht mich etwas traurig, aber das Leben ändert sich, die Technik entwickelt sich, ja sie macht es uns leichter, ob wir wollen oder nicht.

Auf jeden Fall stellte sich letzten Sonntag wieder diese Frage. Nun ist es praktischer weise so, dass mein lieber Mann sich in letzter Zeit ein bisschen mit Netflix beschäftigt hat. Er hat sich Listen gemacht und bringt nach und nach dem Flixi seine Vorlieben bei, wie so einem schlauen Haustier. Er hatte am besagten Tag die Auswahl schon auf Independent Filme reduziert und die, seiner Meinung nach, besten schon markiert. Ich musste mich also nur zwischen ca. 10 Filmen entscheiden. JA und auch DAS war kein Zuckerschlecken.

Schlussendlich überzeugte mich „Safety Not Guaranteed“ mit dem eigentlich sehr abschreckenden Deutschen Titel: „Journey of Love – Das wahre Abenteuer ist die Liebe“. Was mich aber trotz dieses Un-Titels neugierig gemacht hat war die Kurzbeschreibung: „Drei Journalisten werden damit beauftragt, herauszufinden, was hinter einer Kleinanzeige steckt, in der jemand einen Begleiter für eine Zeitreise sucht.“ (Quelle: Netflix)

Ist das etwa ein Zeitreisefilm von dem ich noch nichts gehört habe, der in meiner Liste noch fehlt? Oder hat er womöglich gar nichts mit Zeitreisen zu tun? Das musste ich natürlich schleunigst herausfinden.

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Das Ergebnis der Sichtung

Ich bin gar nicht sicher ob ich euch die Frage, ob es sich hier tatsächlich um einen Zeitreisefilm handelt beantworten soll, ob das als Spoiler gehandelt wird oder nicht. Vielleicht möchtet ihr es lieber selbst herausfinden, vielleicht ist es aber auch gar nicht so wichtig. Puh. Schwierig. Die Wahrheit ist, die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ja und Nein. Er ist und ist kein Zeitreisefilm. Dafür müsste man genauer definieren was einen Zeitreiesefilm ausmacht. Ich sage nur soviel dazu … wie gesagt falls ihr das auch nicht wissen wollt und dem Geheimnis selbst auf die Spur gehen möchtet, dann seid gewarnt und lest lieber ab dem nächsten Absatz weiter. Ein bisschen etwas muss ich verraten. In „Safety Not Guaranteed“ geht es um Zeitreisen, das heißt Zeitreisen spielt eine relativ große Rolle. Wirklich durch die Zeit reisen tun wir aber nicht. Wir wechseln quasi nie die Zeitebene.

Davon mal abgesehen, ist es ein sehr herzlicher, ein schön erzählter und kurzweiliger Film, der mich die ganze Zeit über sehr unterhalten hat. Es sind hauptsächlich die Darsteller von denen der Film seine Kraft schöpft. Ich habe sie alle 4 geliebt. Ob es die nie lächelnde Aussenseiterin (Aubrey Plaza) ist, der Nerd wie er im Buche steht (Karan Soni), der Mentor und Chef der beiden (Jake Johnson – Nick aus New Girl) der natürlich seine Praktikanten die ganze Arbeit machen lässt, oder der verrückte Zeitreisende (Mark Duplass), sie sind alle auf ihre Art echt, glaubwürdig und intensiv.

Ich habe es sehr genossen diesen Film zu sehen, da war es am Ende völlig egal ob das Zeitreisen wirklich stattfindet oder nicht. Ich kann euch aber verraten, dass das Ende kein offenes ist. Man wird nicht unwissend zurückgelassen. Wäre es anderes gewesen hätte mich das auch nicht gestört, im Gegenteil ich hätte es sogar passender gefunden, denn wie so oft ist auch hier der Weg das Ziel.

Übrigens

In „Safety Not Guaranteed“ hat Colin Trevorrow Regie geführt. Das ist der Typ auf dessen „Jurassic World“ wir uns schon so sehr freuen. Falls ihr euch von seiner Arbeit ein Bild machen wollt, als Einstimmung auf die Dinos, kann ich dieses kleine Independent-Schmuckstück sehr empfehlen. Ach ja … vielen Dank an meinen Mann für die excellente Wahl. ❤

Am Ende stellt sich nur noch eine Frage: „Welcher Film soll es denn heute sein?“

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14 Gedanken zu “‚Safety Not Guaranteed‘ und die Qual der Wahl

    1. Ja der wird bestimmt anders, aber ich finde dass man die Handschrift eines Regisseurs immer erkennt, auch wenn die Filme nicht aus dem gleichen Genre sind. Ich bin gespannt. Parks & Recreation kenne ich leider noch nicht. Werde ich aber auf jeden Fall noch nachholen.

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  1. Der Film steht auch schon lange auf meiner Liste, weil ich Aubrey Plaza in „Parks and Recreation“ gar großartig finde! Dazu noch Zeitreisen und Indie? Was will man mehr? Deine Besprechung macht nun noch mehr Lust auf den Film… 🙂

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  2. Na das nenne ich auch mal eine kreative Idee für einen Film. Wobei sie sich da einer echten Geschichte bedient haben, glaube ich. Wenn ich mich nicht täusche, habe ich irgendwann mal davon gelesen, dass tatsächlich jemand diese Anzeige mal aufgegeben hat. war sicherlich so eine halb-vertrauenswürdige Facebook-Time-Entdeckung wie „Top 10 weird things that happened in real life“ oder sowas … XD Aber wenn ich die Anzeige gesehen hätte, wäre ich auch stutzig geworden. 🙂 Jetzt bin ich jedenfalls sehr neugierig auf den Film XD

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    1. Haha. Das ist bestimmt der Grund. Um Filme mit solchen Titel macht man im Normalfall einen großen Bogen. Wäre das Wort „Zeitreise“ nicht aufgetaucht, hätte ich ihn mir auch nie angesehen.

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