Kleine Geschichten zu Filmen: Ausgabe #3 – La La Land (2016, Damien Chazelle)

Es ist einer dieser Filme von denen man schon ganz früh erfährt, weil man sich an den Hauptdarstellern nicht sattsehen kann. Es ist einer dieser Filme die versprechen unglaublich zu werden, denn sie haben die perfekte Besetzung, den Look und den Sound. Sie stellen sich diesen übermenschlichen Erwartungen mit Leichtigkeit, denn sie haben den Mut zu behaupten großartig zu werden. Auf so einen Film will man, kann man keine Minute länger warten als nötig, den muss man sofort im Kino sehen. Das einzige was mir dabei geholfen hat die Erwartungen ein kleines bisschen herunterzuschrauben, war die Tatsache, dass Musicals eine etwas ermüdende Wirkung auf mich haben, und ich sie nur dann gut finden kann, wenn ich das Musikgenre sehr mag und im besten Fall die Songs sogar kenne.

lalaland

Ja und dann war es soweit. Ich sitze im Kino, das Herz voller Vorfreude. Der sprichwörtliche Vorhang geht auf und ich sehe … Stau auf der heissen Hollywood-Autobahn. Aus ungeduldig hupenden Fahrern werden plötzlich vor Lebensfreude strotzende überschwängliche Profi-Sänger und Tänzer. Und ich komme nicht umhin zu denken: „Es wäre so schön, wäre das Leben manchmal ein Musical.“ Und wenn man sich bei dieser Szene auf die unglaubliche Kameraführung konzentriert (Pro-Tipp von meinem Mann) ist man eh schon hin und weg und surft vorne mit auf der Begeisterungswelle. Sie dauert dann ein bisschen, diese Szene, und ich warte ungeduldig auf Ryan, will ihn endlich singen hören und Tanzen sehen, denn deswegen bin ich hier. Ich suche vergeblich im der Masse nach ihm und seiner bezaubernden Filmpartnerin. Erst am Ende der Szene, als alle in ihre Autos steigen und sich wieder in echte missmutige Menschen verwandeln, kommen die beiden ins Spiel. Ich bin dabei, als sie sich zum ersten Mal flüchtig begegnen. Es folgen noch ein paar mehr Songs. Ich lerne dann zuerst SIE kennen. Eine erfolglose Schauspielerin, offensichtlich zu Unrecht, denn sie ist wirklich gut, doch Hollywood ist überfüllt und interessiert sich nicht für sie. Dann lerne ich IHN kennen. Ein großartiger Pianist, der in Jazz verliebt ist, aber nur Weihnachtslieder in einem Restaurant spielen darf, statt seinen Traum zu leben. Und dann  geht es dahin, das klassisches „boy meets girl“ Konzept.

Alles in diesem Film ist nichts Neues. Sie finden sich, sie verlieben sich, sie verstehen und helfen einander, denn sie leben in der selben Welt. Schlussendlich müssen sie sich zwischen Liebe und Erfolg entscheiden. Dass man das alles schon kennt, macht aber überhaupt nichts, denn so wunderschön wurde diese allseits bekannte Geschichte noch nie erzählt.

Am Ende gehe ich mit überschwänglicher Begeisterung aus dem Kino, bin mehr verliebt in Ryan den je, und Emma ist mehr denn je die tollste Frau die Hollywood zu bieten hat. Ich summe sofort und bis heute unaufhörlich „City of Stars“ – was für ein Song! Diese Melodie geht mir so sehr unter die Haut, dass es schon unheimlich ist. Was für ein filmisches Vergnügen. Ich liebe diesen Film jetzt schon und bin zuversichtlich, dass ihm auch der Oscar sicher ist. Ein Film muss nicht immer neu sein, er muss auch nicht immer innovativ und anspruchsvoll sein. Manchmal reicht es, eine gute alte Geschichte eine hinreißend schöne bunte und liebevolle Art zu erzählen. Ich für meinen Teil bin begeistert. 

City of stars
Are you shining just for me?
City of stars
There’s so much that I can’t see
Who knows?
I felt it from the first embrace I shared with you
That now our dreams
They’ve finally come true

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9 Gedanken zu “Kleine Geschichten zu Filmen: Ausgabe #3 – La La Land (2016, Damien Chazelle)

  1. Ja, ja und ja! Bestätige ich absolut und komplett 🙂 Emma Stone ist inzwischen meine Queen geworden und Ryan.. hach, Ryan 😀 Schon ein großartiger Mann.
    Und überhaupt, diese Musik. City of Stars ist ein richtiger, aber wunderschöner Ohrwurm! Einfach grandios, dieser Film.

    Gefällt 1 Person

  2. Ein toller Beitrag. Schade, dass ich im Moment gar keine Zeit für Kino habe, sonst hätte ich mir La La Land auch sofort angeschaut, aber ist halt typischer Prüfungsmonat an der Uni, da ist mein Plan anderweitig voll. Aber die positiven Kritiken, die ganzen Preise und die Darsteller machen auch mich neugierig. Werde mir den gleich leihen, sobald es ihn gibt. Den Soundtrack meide ich ja gerade noch, denn da möchte ich mich überraschen lassen, wie die beiden zusammen performen, denn das sorgt bei mir immer für einen Wow Effekt. Abseits davon finde ich auch dass ein Film nicht immer Neu sein muss, wenn eine altbekannte Storyline auf eine schöne Art und Weise wiedergegeben wird und ins Herz geht, dann kann ich damit auch leben. Mittlerweile ist es bei der Masse an Filmen ja eh schwer da was komplett Neues zu bringen.

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