Das Phänomen Sharknado

Wie ihr schon aus meinem Beitrag über Ghostbusters mitbekommen habt, habe ich beschlossen euch, wenn möglich, kleine Geschichten zu Filmen zu erzählen. Denn es ist so wie Lena es sehr treffend formuliert hat „Da hat man auch was zu lesen, wenn man sich für den Film selbst gar nicht so interessiert.“ Der Gedanke gefällt mir sehr. Hoffen wir nur, dass es noch viele Filme geben wird zu denen sich eine Geschichte erzählen lässt. Sharknado und ich haben keine gemeinsame Geschichte in diesem Sinne. Oder vielleicht eine ganz kleine, doch dazu später im Text. Dieser Film-Trash der Extraklasse hat eine seltsame Art der Faszination auf mich ausgeübt bevor ich ihn kannte, denn seit einiger Zeit ist Sharknado in aller Munde, und zwar nicht aus Gründen aus denen ein Film in aller Munde sein sollte. Er hat nämlich keinerlei Qualitäten. Es steckt weder Arbeit noch Können dahinter und trotzdem, wer hat noch nicht von ihm gehört? Ich bin dem Phänomen, zwar nur oberflächlich aber dennoch, auf den Grund gegangen.

sharknado

Wie kam es zu diesem Phänomen

Ich kann mich nicht mehr erinnern wann ich das erste Mal davon gehört habe, aber seit dem immer und immer wieder. Andere Trashproduktionen die für das Fernsehen gemacht werden (warum auch immern) gehen einfach unter und verweilen für immer in der Verdamniss des Vergessens. Warum also ist gerade dieser immer noch allgegenwärtig?

Ich habe etwas recherchiert und bin zu der Erkenntniss gekommen, dass der Erfolg dieses Films allein dem Internetzeitalter zu verdanken ist. Sharknado erreichte nämlich im Juli 2013 bis zu 5000 Tweets pro Minute und wurde dadurch zum Netzphänomen. Der Film, in dem Haie vom Himmel fallen, strudelte sich noch während seiner US-Erstausstrahlung (manche Quellen behaupten auch erst während der 3. Ausstrahlung … was auch immer) zum absoluten Kult. Eine Woche nach dieser übertrieben erfolgreichen Ausstrahlung kündigte die Produktionsfirma The Asylum schon das Sequel an.

Die Antwort auf die Frage, warum man sich freiwillig einen Film ansieht, der offensichtlich und gewollt schlecht ist, lautet: weil es alle tun. Das heisst ganz einfach, dass heute jeder Schrott zum Kult werden kann, solange nur genug Menschen den richtigen Hashtag bei Twitter benutzen. Ach Internetzeitalter, du bist ein Segen und ein Fluch zugleich. Nicht dass ich einer dieser Lemminge wäre, der jeden Spaß mitmacht, nein ich mag Filmschrott (auch den Blog von Marcel) tatsächlich nicht ungern, aber nur wenn er das gewisse Etwas hat. Und da dieser unfassbar schlechte Film, als der trashigste aller Zeiten gehandelt wird, mußte ich natürlich wissen was es damit auf sich hat, denn ich bin nicht nur von Natur aus ein neugieriger Mensch, ich konnte mir sogar vorstellen ihn zu mögen. Wie gut dass Netflix ihn momentan anbietet, und ich somit kein Extrageld dafür ausgeben musste. Warum nicht, dachte ich, und startete den üblen Streifen. 

Das Ergebnis meiner Sichtung

Ich habe selten so gelacht. Aber nicht weil der Film irgendwie Humor hätte, nein leider nicht einmal das. Ich habe aus Verzweiflung gelacht weil ich nicht glauben konnte, dass gerade dieser unsinnige Film der neue Kult sein soll. So wie man in einem guten Film mit einer Lupe nach Fehlern suchen muss, muss man bei diesem Trash-Phänomen mit der Lupe nach Szenen suchen, die ohne Fehler sind. Davon mal abgesehen, dass sogar ich mit meinen spartanischen Animationskenntnissen die Haie besser animiert hätte als es die Effekte-Genies in diesem Film geschafft haben, hat auch alles andere weder Sinn gemacht noch hat ein einziger Schnitt gestimmt. Unfassbarer Umfung voller Fehler, und das pausenlos. Das einzige was der Film offensichtlich richtig macht ist, irgendwie und mit mehr Glück als Verstand, aus Mist Gold zu machen. Respekt dafür. Das schaffen nicht viele.

Am Ende muss ich zugeben, dass ich weder enttäuscht war, noch hatte ich das Gefühl 80 Minuten (immerhin waren es nicht mehr) meines Lebens verschenkt zu haben. Aber nur weil ich wußte was mich erwartet. Manchmal ist es gar nicht schlecht zu sehen, wie dilettantisch ein Film tatsächlich sein kann. Erstaunlicherweise verzeiht man ihm seine Grottigkeit, weil er auf eine speziell trashige Art tatsächlich unterhält ohne aufzuregen. Das besondere Etwas hat er allerdings trotz allem nicht, und er wird es auch niemals nie in meine Guilty Pleasure Liste schaffen. Es bleibt nur ein netter schlechter Film, den man nicht unbedingt gesehen haben muss, und ohne den die Welt auch nicht ärmer wäre. Ein zweiter und sogar ein dritter Teil (der am entstehen ist) sind bei aller Liebe zum (nicht gerechtfertigten) Kult vollkommen überflüssig. Mein Interesse ist jedenfalls gestillt, ich habe für den Rest meines Lebens genug vom Himmel fallende Haie gesehen. 

Eine kleine private Anekdote habe ich doch noch

Mein Mann ist einer der fast jedem Techniktend nachgeht, natürlich nur solange er für in Sinn macht. So war er auch einer der Ersten der die intelligenten Glühbirnen von Philips haben musste (Philips Hue). Ihr fragt euch sicher was das mit Sharknado zu tun hat. Die Sache ist die, das ist nämlich der neueste Merchandise Firlefanz. Sharknado ist der erste Film auf den das Licht der Hues quasi reagieren soll. Das musste selbstverständlich sofort ausgetestet werden (was auch einer der Gründe für die Sichtung des Films war). Ich persönlich hatte mich zuvor gefragt, was das für einen Sinn machen soll, denn wenn ich einen Film sehe achte ich doch nicht darauf was mein Umgebungslicht macht, sondern konzentriere mich auf den Film. Naja … schlussendlich war dann klar, dass das bei Sharknado durchaus Sinn machen würde, denn die Lichteffekte wären bestimmt nicht weniger spannend gewesen als der Film selbst, hätten sie richtig funktioniert. Leider war das Ergebniss eher träge und noch unausgereift. Mal sehen ob sich dieser Technikquatsch durchsetzt. Ich glaube wenn, dann bestimmt nur in der Trash-Szene.

Apropos Haie

Ich habe übrigens noch nie den Weißen Hai gesehen. Das wäre auch guter Stoff für eine schöne Geschichte über mich und mein liebstes Hobby.

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29 Gedanken zu “Das Phänomen Sharknado

  1. Zunächst einmal: Die Verknüpfung von einer (persönlichen) Geschichte mit einem Blogartikel (sei es ein Film oder ein sonstiges Thema), sprich das sogenannte Storytelling, wird immer wieder empfohlen, um die Bindung zum Leser zu intensivieren und ihre emotionalen Zentren anzusprechen. Insofern bist du da auf einem sehr guten Weg! 🙂

    Von dem Film habe ich auch schon viel gehört, aber mir sah er einfach stets zu doof aus. Dabei mag ich Hai-Filme sehr und kann dir auch nur „Der weiße Hai“ ans Herz legen. Einfach unfassbar gut. Das richtige Level aus Trash und Hai trifft dagegen „Deep Blue Sea“, den ich mir immer wieder anschauen kann.

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    1. Oh vielen Dank für diese sehr erfreuliche Information. Bin gerade echt glücklich darüber, auf dem richtigen Dampfer mit meinem Vorhaben zu sein. Ich habe nämlich sehr viel Spaß dabei.

      Ich kann dir Sharknado leider nicht empfehlen. Man muss ihn wirklich nicht gesehen haben. Vl. schau ich mir den weißen Hai gleich heute noch an. Mal sehen … ansonsten auf jeden Fall bald.

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  2. Gebe dir da vollkomen recht. Sharknado ist unterhaltsam auf irgendeien Art und Weise, aber das wars auch. Für mich geht der Film auch am eigentlichen Sinn von Trash vorbei, weil er gewollt schlecht ist. Trash ist aber – zumindest für mich – eher unfreiwillig komisch, weil alles, was da abläuft völlig absurd ist, aber eigentlich ernst gemeint war. Noch schlimmer ist das allerdings in Teil 2, der dann nur noch kacke war.

    Und GUCK DER WEIßE HAI! Das ist ein richtiger Haifilm und ein verdammt guter dazu.

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    1. Ja das was du schreibst ist die richtige Definition von Trash. Du musst es ja wissen. 😉 Und das ist Sharknado eigentlich nicht, zumindest gehe ich auch davon aus, dass er nicht ernst gemeint ist …
      Teil 2 werde ich mir nicht mehr geben, das würde zu weil gehen.

      JA WERDE ICH … vielleicht heute noch, wenn es sich ausgeht. Ich hab ihn eh schon ewig zuhause liegen.

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      1. Teil 2 ist da wirklich noch viel schlimmer. Zusätzlich hat man dann auch noch gefühlt 8000 Cameos eingebaut, wodurch man eigentlich nur von einem Charakter zum nächsten hetzt, damit man auch alle unterbringen konnte. Fürchterlich und lustig sowieso nicht.

        Zum weißen Hai dann noch kurz ne Warnung. Falls du den auf DVD hast, und auf deutsch guckst, achte drauf, dass du nicht die neue Synchro erwischt hast. Die ist nämlich ganz übel.

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      2. Ich hab ihn auf Blu-ray. Muss nachher mal gucken was da für ’ne Synchro drauf ist. Wenn Synchro, dann nur die alte. Ich mag das nicht ungern. Weckt Nostalgie, wenn sie die Englischen Namen auf Deutsch aussprechen. 🙂

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      3. Bei alten Filmen mag ich das auch hin und wieder. Vor allem bei Filmen aus den 70ern und 80ern, die man eben damals so geguckt hat. Es gibt ja sogar Filme, bei denen die Synchro besser ist, als das Original. Spaceballs und Bill & Ted zum Beispiel.
        Bei der neuen Synchro vom Hai ist es aber wirklich ganz übel. Die Synchronstimme von Eddie Murphy hat in dem Film beispielsweise einfach nix zu suchen.

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      4. Lustig dass du Bill & Ted erwähnst. Hatte kürzlich nämlich eine Diskussion darüber wie kultig das erfunden Wort „Hoschi“ ist. Ich habe mich nämlich gefragt warum sie das nicht beibehalten haben (für die allgemeine Übersetzung für „Dude“). Dann hätten wir Filmtitel wie: „Hey Hoschi, wo ist mein Auto?“ Bzw. wäre „Der Dude“ aus „Big Lebowski“ „Der Hoschi“! 😄 Kracher!

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      5. Ha, das hätte was. Andererseits bleibt Bill & Ted dadurch so schön eigenständig.
        Ich glaube mittlerweile wird das Wort Dude oft mit Alter übersetzt. War zumindest in Lost so, wo das Hurley ja dauernd sagt.

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  3. Hey, ich hab den „Weißen Hai“ auch noch nicht gesehen 😉 Jetzt schäme ich mich nicht mehr dafür 😀
    Aber ich hab mich bisher auch geweigert, „Sharknado“ zu gucken – deiner Rezension nach zu urteilen hab ich mir damit 2 wertvolle Stunden meines Lebens gespart. Er ist also wirklich so schlecht? Schon traurig, dass solche Filme heute so ein großes Publikum anziehen…

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    1. Ich hab da noch so einiges nachzuholen … so hat jeder seine Leichen im Filmkeller. Mittlerweile sehe ich das aber positiv, weil ich mich sehr auf die alten Filme freue. Sie SIND einfach besser, weil man die liebevolle Arbeit die dahinter steckt fühlen kann.

      Sharknado kannst du dir definitiv sparen. Es ist tatsächlich der schlechteste Film den ich je gesehen habe. Schlimm dass sowas Erfolg hat, aber kein Wunder wenn man sich das allgemeine Fernsehprogramm von heute mal ansieht …

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  4. „Der weiße Hai“ habe ich auch erst vor 2 Jahren gesehen. Aber den kann man wirklich empfehlen, der ist immer noch spannend, zu Recht ein Klassiker.

    Zu Sharknado: Man muss es einfach mögen, dass der Film absichtlich auf schlecht/trashig gemacht ist. Und das macht er konsequent über Drehbuch, Effekte, Schnitt, etc. Wir hatten den ersten Teil bei einer Kinoaufführung gesehen (war quasi kostenlos, man musste nur einen Verzehrgutschein kaufen), uns vorher ein wenig alkoholisch vorbereitet und es war mit Sicherheit einer der lustigsten Kinoabende. Der ganze Saal war gut drauf, es gab Szenenapplaus – jeder wusste vorher, auf war er sich eingelassen hatte. Der zweite Teil hat dann nicht mehr ganz so funktioniert, dem zweiten Teil hatte man diese Geplantheit zum Trash deutlich mehr angemerkt.

    Und ja, der dritte Teil ist bereits in der Pipeline.

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    1. Dass man seinen Spaß haben kann, vor allem in guter Gesellschaft und mit etwas Alkohol, kann ich mir gut vorstellen. Ist auch witzig, dass es so ein Phänomen nun gegeben hat. Ich hoffe trotzdem, dass es jetzt keinen Trend auslöst, denn dann wäre die Lust schnell raus, wie man eigentlich daran erkennen kann, dass Teil 2 schon bei weitem nicht mehr so gut funktioniert hat. War quasi OK, reicht aber auch schon wieder.

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  5. ich hab mich eigentlich richtig auf den Film gefreut, weil ich die Idee ziemlich geil fand

    aber der scheiß war nahezu unerträglich anzuschaun… ich bin immer noch überrascht, dass ich es geschafft hab den zu beenden 😀

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  6. Habe SHARKNADO mal (lange nach dem Hype) angeklickt als er zum 1. April für 30 Tage auf MUBI verfügbar war. Alle (M)ahnungen haben sich bestätigt: nicht mein ding! Wie oben schon gesagt, wirklicher Trash entsteht ja dadurch, dass leute etwas (nach ihrer Definition) gut hinkriegen wollen, aber einfach Talent/Mittel/etc. fehlen. “Wir machen jetzt alles so schlecht wie es geht“ funktioniert nur sehr bedingt…

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  7. Das Schlimme bei einem Film wie Sharknado ist ja, daß am Ende alle drüber schreiben.

    Das mit den Filmstories finde ich interessant. Da gibts ja inzwischen verschiedene Ansätze – Erwartungen vor dem Film und dazu ein Fazit bspw., wobei ich mich nie auf ein Schema einschiessen könnte. Ich schreibe einfach immer das, was mir zu einem Film durch den Kopf geht. Das kann dann eben mal so und mal so aussehen. Halte ich für die entspannteste Lösung.

    Btw., dein Theme legt bei mir im Firefox den Footer über die Kommentare. Das soll ja sicher nicht so sein?

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    1. Haha. Das stimmt. Man brennt eben darauf seinen negativen Filmgedanken auch mal freien Lauf zu lassen. Das war’s aber auch schon. Zur Gewohnheit, bzw. zum Trend werden solche Filme bestimmt nicht … denke ich.

      Ich schieße mich auch nicht auf ein Thema ein, zumal es auch nicht zu jedem Film eine Geschichte zu erzählen gibt, aber falls doch dann möchte ich das gerne tun. Und eigentlich ist es so, dass ich eigentlich sehr gerne Geschichte schreiben, noch lieber als über Filme zu schreiben. Die Kombination der beiden Dinge ist für mich die einfachste Lösung. Mal sehen wie es sich in Zukunft entwickelt. Ich lege mich da auch noch nicht fest.

      Oje. Mein Theme habe ich leider nicht unter Kontrolle. Ist ein Gratis-Theme von WordPress und nicht änderbar (zumindest nicht ohne Aufpreis). Ich verwende allerdings nur „Chrome“ und „Safari“ und bei den beiden funktioniert alles prächtig. Hab’s mir gerade im Firefox angesehen … sieht echt doof aus. :/

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      1. Achso, hm. Also das ist halt die Datei, wo drin steht, wie deine Webseite dargestellt werden soll. Da es in dem Fall wohl um Layer bzw. fixe Positionen gehen könnte, ist das aber auch kein Anfängerthema, wo man sich schnell eben reinliest und dann einen Workaround für jeden Browser basteln kann.
        Bin da auch total raus, muß ich sagen. Vor 10 Jahren hab ich noch Wert auf total sauberen Code gelegt und für alle möglichen Systeme getestet. Das ist nur echt schwer, wenn man das CMS (z.B. WordPress) und dann noch ein Theme hat, wo ja schon zwei andere Parteien etwas schreiben, wo man sich mit seinen Ideen dann auch noch einmischt. Heut bin ich froh, wenns halt irgendwie funzt und dann möglichst simpel. 😀

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