Kurz ist das neue Lang 6/16 – (2)Gute Filme, (2)Schlechte Filme

Inside Out (2015, Pete Docter, Ronaldo Del Carmen)

Da ich nun Mama bin, sehe ich Animationsfilme mit etwas anderen Augen, weil es nicht mehr nur darum geht was ich als Filmfan und selbsternannter Kritiker davon halte, sondern mehr den je darum welche Botschaft vermittelt wird. Inside Out hat jedenfalls eine der kostbarsten die ich kenne. Ich freue mich, dass es Werte anspricht, die mir persönlich sehr am Herzen liegen. Vor allen weil ich aus Erfahrung weiß, dass Kinder manchmal mehr auf gezeichnete Helden, als auf Eltern hören. Es ist sogar mein 2t liebster von Computern erschaffener Animationsfilm. Nummer 1 bleibt Wreck-it Ralph. Man kann die beiden Filme sogar miteinander vergleichen, denn sie tauchen beide in eine Welt ein, die in der Form nicht existiert, und trotzdem sehr gut vorstellbar ist.

The Martian (2015, Ridley Scott)

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Buch vs. Film entstehen. Bedauerlicherweise habe ich das Buch nach der Hälfte abgebrochen. Nicht weil es schlecht war, es war eher einfach nicht mein Ding. Ich habe es bis zur Hälfte auch gerne gelesen, aber irgendwann fing es  an mich zu langweilen. Der ganze technische Kram, der zwar halbwegs verständlich und auch witzig aufgezogen ist, aber am Ende doch technischer Kram bleibt, wußte mich leider nur wenig zu unterhalten. Voll gut, dass Autor Andy Weir mit seinem Know-how direkt als Astronaut anfangen könnte, aber dem Buch hat es keine Pluspunkte gebracht … oder besser gesagt nicht dem Buch, nur meiner Beziehung zu dem Buch. Trotzdem fand ich die Geschichte äußerst spannend und wollte unbedingt wissen wie sie ausgeht. Was für ein Glück also, dass diese zeitnah Verfilmt wurde. Und zu meinem Glück, sogar sehr gut. Perfekte Thematik für einen Sci-Fi Film und Ridley Scott. Fast so als hätte Weir das Buch geschrieben und den Film schon im Sinn gehabt. Da war mir von Anfang an klar, dass das gut werden würde. Sogar der Humor der das Buch so liebenswert macht, wurde gut umgesetzt, und das obwohl Scott nicht gerade für seinen Humor bekannt ist.

Eins habe ich allerdings aus dem Buch vermisst: Den besten Namen für eine neuentdeckte Einheit: One kilowatt-hour per sol = „pirate-ninja“

“You know what? „Kilowatt-hour per sol“ is a pain in the ass to say. I’m gonna invent a new scientific unit name. One kilowatt-hour per sol is… it can be anything… um… I suck at this… I’ll call it a „pirate-ninja“.”

The Notebook (2004, Nick Cassavetes)

So ein grausam kitschiger Film. Und nicht nur das, er macht mir meinen Gosling, so wie ich ihn gerne genieße, kaputt. Ich wollte ihn nie so sehen. Ich muss ganz schnell verdrängen, diesen Film je gesehen zu haben, meinem Fangirling zuliebe. Ich muss dringend wieder den Blue Valentine Ryan in meinen Kopf bekommen. Ich will wieder vom The Place beyond the Pines Ryan träumen, und nicht Alpträume von diesem schwammigen Subjekt aus The Notebook erleben müssen. Ich muss unbedingt Drive wieder im mein Gedächtnis bringen, und diese Katastrophe vergessen. Und einmal mehr der Beweis … konventionelle Liebesfilme sind einfach nichts für mich.

Two Night Stand (2014 Regie: Max Nichols)

So und jetzt kommt mein neuer Haßfilm inkl. gehörigem Shitstorm von der Emanzenseite meiner Person. Lieber Herr Nichols, oder besser ich wende mich direkt an dich Mark Hammer (Drehbuchautor), bitte belasse es bei diesem einen Film, oder wechsle unbedingt das Genre, denn du hast das peinlichste Frauenbild erschaffen, seit es Filme gibt. Diese Frau wird als der perfekte Männertraum verkauft, ist aber nur ein billiges Abziehbild einer richtigen Frau. Wünscht ihr Männer euch wirklich eine Frau, die ihr Leben lang davon träumt Hausfrau zu sein, und sich nichts sehnlicher wünscht als für eure Kinder zu sorgen, während ihr euer Leben lebt? Dieses beschämende Frauenbild geht studieren nur um bei ausgewähltem Mann zu sein, obwohl Schulische Weiterbildung und Arbeiten nie ihr Wunsch war (die Arme), UND dann macht dieser böse Mann (Verlobter) auch noch mit ihr Schluß, weil er sich eine Frau wünscht, die auf eigenen Beinen stehen kann, und nicht von ihm abhängig sein will. Wie unfair ist der denn bitte? Nach aussage des aktuellen Sexpartners ist dieser dumm und weiß gar nicht was er an ihr hatte. Wer will denn bitte keine Sklavin, die sich freiwillig dazu macht? Ach, und nicht zu vergessen, sie ist natürlich mega heiß und eine Granate im Bett!

Ihr könnt mich ruhig stoppen, wenn ihr denkt ich übertreibe, aber DAS hat mich schwer gekränkt und zutiefst beleidigt. Wäh! Shame on you Max Nichols & Mark Hammer. Geht und versteckt euch, bevor auch noch die Männer drauf kommen, dass ihr ihnen etwas vormacht und Märchenfiguren erfindet, die so realtitätsfern sind wie Feen und Hexen.

Von dieser schrecklichen Frauenrolle abgesehen, war der Film furchtbar und unfassbar schlecht gespielt … zumindest von Analeigh Tipton. Entweder ist sie einfach eine schlechte Schauspielerin, oder sie hat die Rolle selbst gehaßt, weil sie vermutlich dazu gezwungen wurde sie zu spielen … oder sie war mir einfach so zuwider, dass ich das Schauspiel automatisch schlecht fand … Und ich dachte Miles Teller ist mittlerweile ein kleiner Garant für halbwegs gute Filme. Falsch gedacht.

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21 Gedanken zu “Kurz ist das neue Lang 6/16 – (2)Gute Filme, (2)Schlechte Filme

  1. Die ersten beiden Filme will ich auch noch unbedingt sehen. Und am liebsten noch „Der Marsianer“ lesen. Mal sehen, ob ich länger durchhalte als du… 😉

    „The Notebook“ fand ich übrigens tatsächlich einfach nur schön. Ich bin, was epische Liebesgeschichten angeht, aber auch leicht zu kriegen. Zudem mochte ich die Optik sehr. Muss auch mal sein.

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    1. Das wirst du bestimmt. Bei mir hat auch der Zeitpunkt nicht so gut gepasst. Wenn man viel abgelenkt wird, muss die Lektüre überaus fesselnd sein und darf sich absolut keine Längen erlauben. Unfair, eigentlich.

      Ne, einfach nur schöne Filme sehen bei mir anders aus. Eine Liebesgeschichte muss Ecken und Kanten haben und nicht so glatt und vorhersehbar sein. Ich muss mitfiebern und mitlieben können. 🙂

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  2. Hab den Marsianer bewusst gelesen bevor ich den Film gesehen hab. Leider. Ich musste den Film nach ca. 30 Sekunden ausschalten. Ehrlich, Sol 18 statt Sol 6?
    Glücklicherweise hat mich der Film beim 2. Anlauf (ein paar Tage darauf) doch überzeugt. Nur die Liebe zu den technischen Details des Buches haben leider gefehlt… Eben genau jene Details, die dir zu viel waren. Für mich war das schönste am Buch die endlosen Rechnereien und die extrem detailierten Beschreibungen der Problemlösungen. Man (oder zumindest ich) konnte richtig mitfiebern!
    Aber ich habe da vollstes Verständnis, schließlich wurde das Buch für Nerds und der Film für die breite Masse produziert… 😉
    Trotzdem war es ein super Film, der halt eine extrem gute Buchvorlage hatte!

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    1. Ach wenn man es von der Seite betrachtet, dann kann ich mir vorstellen, dass der Film einfach nur Hollywood ist. Aber immerhin besser als viele andere belanglose, maßlos überschätzte Filme (The Revenant). Wenn ich dann mal groß bin und ein richtiger Nerd, werde ich es einfach nochmal lesen. 🙂

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      1. The Revenant war maßlos überschätzt? Na, da bin ich ja mal schon so riiichtig gespannt drauf wie er mir dann gefällt 🙂

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  3. Ich muss schnell diese Rezesion vergessen 😜 The Notebook ist einer meiner Lieblingsschnulzen – ich liebe die Geschichte. Ich liebe überhaupt verliebte Männer in Filmen, das ist mal ne ganz andere Sicht auf die Dinge… Mhmmm 😢

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    1. Meine Rezessionen sind rein subjektive Meinungen. Das soll dir den Film natürlich nicht mies machen. Dass man Lieblingsfilme beschützen und verteidigen mag, verstehe ich gut. Ich mag Liebesgeschichten eigentlich sehr gerne, nur nicht dieser Art von Liebesgeschichten. Zu gewöhnlich und vorhersehbar. Eine von vielen. Leider.

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      1. Ähnlich wie bei Still Alice finde ich interessant an welchem Teil die Geschichte erzählt wird. Ich finde es nicht vorhersehbar! Sind wir mal ehrlich, welcher Film irgendeiner romantischen Art führt die Protagonisten nicht zusammen – zumindest für einige Zeit.
        Mich fasziniert, wie die Geschichte Teile erzählt, die sonst nie vorkommen. Auch sonstige Filme hören immer bei Happily Ever After auf, das ist gewöhnlich. Aber hier geht es auch um die Beziehung im Alter und was daraus geworden ist. Das fand ich interessant, sieht man nämlich nicht oft – der alte Mann und die Liebe 😊

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      2. Ach du Süße. Du musst den Film ja wirklich mögen, dass du ihn so verteidigst. Ich muss aber leider trotzdem dabei bleiben, er ist sogar sehr vorhersehbar. Ich kenne einige Filme, die die ganze Liebesgeschichte erzählen, außergewöhnlichere Filme. Filme die eine tragische Liebe erzählen, erzählen meist die ganze Geschichte … weil sie interessant ist. Diese hier finde ich leider nicht ausreichend interessant, da sie mir eben zu glatt ist. Aber hey, ist doch schön wenn du dem Film mehr abgewinnen kannst. Er hat ja auch eine sehr gute Bewertung im IMDb. Die Mehrheit wird schon nicht so falsch liegen. 🙂

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  4. Ich HASSE „The Notebook“! Wenn jemand ein Date verneint, bedeutet es nicht, dass man diese Person solange drängen muss, bis sie ja sagt. (Du siehst, da hat Gosling schon nach 3 Minuten total verkackt.)
    Und ich finde man merkt es den beiden Protagonisten so sehr an, dass die Schauspieler dahinter sich nicht ausstehen können. So eine Dreckskacke. Niemals mehr solch Nicholas-Sparks-Scheiß. Das mit den Liebesfilmen können einfach nur die Briten. So, jetzt ist es raus.

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    1. Haha. Du sagst es. Wahrscheinlich war es genau das was mir so gegen den Strich ging. Danke auch dass du mich auf Nicholas Sparks aufmerksam gemacht hast, den werde ich in Zukunft auch meiden. 😉

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  5. Was man an „The Notebook“ gut finden kann, will auch mir nicht in den Kopf. Ein furchtbares Abgeklappere von jedem Klischee, was irgendwann mal für Liebesgeschichten erfunden wurde. Und Gosling hat bei mir in letzter Zeit auch etwas gelitten. Dauernd dieser zwischen Verträumtheit, Melancholie und Valium wandernde Blick… ich habe das Gefühl, dass er immer dieselbe Person spielt. Kann aber auch daran liegen, dass ich zuletzt „Drive“ und „The Place Beyond the Pines“ mit ihm gesehen habe.

    Ich glaube „Inside Out“ kann man seinem Kind gar nicht früh genug zeigen, damit ihm die Botschaft in den Kopf gehämmert wird… nur vielleicht sollte man ihm dann bei der Bing-Bong-Szene die Augen zuhalten… egal, wie alt es ist. 🙂

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    1. In “Drive” und “The Place Beyond the Pines” spielt er tatsächlich sehr ähnlich, aber glaube mir, er kann auch anders. Er kann sogar witzig sein. Aber so wie er in “Drive” und “The Place Beyond the Pines” ist, mag ich ihn eben am liebsten. Bin auch nur eine Frau …

      Ach Gott, die Bing-Bong-Szene ist wirklich ganz furchtbar traurig! Sie macht zwar Sinn, ist aber kaum zu verkraften …

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      1. Also ehrlich mal. Einfach so nach dem oberflächlichen Äußeren gehen? Das würde ich nie machen. (Warum habe ich nochmal alle Resident Evil Filme gesehen? Lag bestimmt an der überragenden schauspielerischen Leistung von Milla Jovovich… :D)

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