Ach und dann war da noch … #2

redudanz

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Der durchschnittliche Konsument kann heute alles haben was er sich wünscht, denn es gibt alles im Überfluss. Wir verbrauchen ständig, teilweise mit nur einem Mausklick. Uns stehen Zig-Milliarden von Produkten zu Auswahl, wir müssen uns nur entscheiden. Jedes Produkt gibt es für jeden Preis. Man kann zum Beispiel zwischen 0 und 100.000 Euro für einen Fernseher ausgeben. Ich weiß nicht ob ich das als Segen oder eher als Belastung sehen soll. Jedenfalls kenne ich es auch anders, und machmal werde ich sentimental und wünsche mir die 80er zurück. Als wir noch einen Röhren-Fernseher mit Holzgehäuse hatten, bei dem nur 3 Sendern zu Auswahl standen, die dann irgendwann nachts vom weißen Rauschen oder vom Testbild abgelöst wurden. Wir haben Radio gehört und uns Songs auf die Kassette aufgenommen, die meistens von einer Anmoderation zu früh beendet wurden, die dann auf der Kassette verewigt wurde, bis wir sie mit einem neuen Song überspielten. Wir hatten 1 Jeanshose und 1 Paar Turnschuhe. Wir hatten 1 Telefon für die ganze Familie und damit konnte man nichts tun ausser telefonieren, man konnte es nicht mal mitnehmen. Aber das Telefon, die selbst aufgenommene Kassette und die Turnschuhe waren etwas besonderes. Ich bin in dieses redundante Zeitalter zwar hineingewachsen, aber nicht damit aufgewachsen. Ich höre jetzt auch mp3 und keine Kassetten und habe viel mehr als 1 Paar Turnschuhe. Ich wechsle mein Telefon einmal im Jahr und kann Sachen damit machen, davon hätte ich als Kind nicht einmal träumen können. Doch glücklicher bin ich deswegen nicht, im Gegenteil.

superheld

super

Außerdem sind wir Menschen nicht mehr durchschnittlich, sondern können wenn wir es geschickt anstellen sogar zu wahren Superhelden werden. Wir können alles sein was wir wollen, denn dafür haben wir uns eine künstliche Welt erschaffen. Wir haben diese virtuellen sozialen Vernetzungen geschaffen, die Möglichkeit für eine zweite Existenz quasi, ohne die wir uns das Leben zum Teil gar nicht mehr vorstellen können. Wir sind im Besitz eines zweiten, eines öffentlichen, für jeden zugänglichen Lebens, jenseits vom „Echten“. Man kennt uns als Batman, Bruce Wayne bleibt natürlich im Verborgenen. Die Internet-Persönlichkeit gleicht dem wahren Ich, wird aber nach Bedarf aufpoliert, und persönliche Problemzonen werden nach Belieben retuschiert. Man zeigt der Welt nur die Schokoladenseite. Warum? Weil man es kann. Denn warum sollen wie Clark Kent sein, wenn wir Superman sein können. Wir stehen unserem Gesprächspartner nie von Angesicht zu Angesicht gegenüber und glauben diesen Menschen trotzdem zu kennen, denn das Gefühl der Vertrautheit das wir vom „Echten“ Leben kennen stellt sich im Netz sehr viel schneller ein, weil wir uns die Antworten auf die Fragen gründlich überlegen können. Wie haben die Möglichkeit den Text der die Öffentlichkeit erreichen soll 20 Mal zu ändern, bis er perfekt sitzt. Aber wer sind wir wirklich und würden wir uns im echten Leben auch mögen? Oder spielt es gar keine Rolle? Möchtet ihr die Menschen die ihr aus dem Netz kennt persönlich kennenlernen?

Jeder kann alles sein und ob das ein Segen ist oder eine Belastung, das weiß ich noch nicht. Ich für meinen Teil bin auch in diesem Fall hineingewachsen, und nicht damit aufgewachsen, und gehe vermutlich anders damit um als die Generationen nach mir.

Lustigerweise bin ich, als der Text schon fertig war, über diesen thematisch sehr passenden Film gestolpert (den Trailer habe ich bei Multyply Me entdeckt). MEN, WOMEN & CHILDREN sieht auch sonst vielversprechend aus und könnte endlich wieder ein Sandler wie in Reign Over Me oder Spanglish werden. Das wäre schön.

Ich wünsche euch VIRTUELL noch einen ECHT schönen Sonntag

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28 Gedanken zu “Ach und dann war da noch … #2

  1. An einem Sonntagmorgen solch ein tiefgehender Text – das muss man erst einmal schaffen. Ich finde es unheimlich interessant, welche Gedanken du dir machst – das liegt aber teilweise auch daran, dass ich manchmal das Gefühl habe, „zu viel“ zu denken und dann froh bin zu sehen, dass es einigen anderen genauso geht.

    Der Trailer hat mich ergriffen… ich hatte danach einen Kloß im Hals. Und du hast Recht: Natürlich zeigen wir im Internet den Menschen nur das, was wir ihnen wirklich zeigen wollen. Um uns zu profilieren, um uns besser zu fühlen und um vielleicht auch anderen zu zeigen, was wir alles können. Ich möchte mir manchmal gern einreden, dass ich meinen Blog nur habe, weil ich so gern schreibe und das dann mit meiner anderen Leidenschaft verbinden kann. Aber Tatsache ist doch, dass wir uns ärgern, wenn wir einmal keinen Kommentar bekommen, wenn wir bemerken, dass wir nicht so viel Aufmerksamkeit erreichen, wie wir gerne würden. Wir wollen auch damit anerkannt werden und Komplimente hören (natürlich nicht nur, aber ich bin mir sicher, dass dieser Gedanke in jedem Blogger steckt). Ich glaube, das liegt einfach daran, dass wir unsicher sind und Selbstzweifel haben – dass wir vielleicht niemals so sein können, wie wir es gerne wären. Deshalb fliehen wir in die virtuelle Welt, in der wir – wie du schon sagst – eben alles sein können. Und ich glaube, die Welt der Filme, Bücher und Serien hat uns auch schon längst dahingehend geprägt und beeinflusst.

    Puuh, ist doch etwas länger geworden! Aber wenn jemand solche Gedanken öffentlich macht, dann gebe ich gern meinen Senf dazu 😀

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    1. Erstmal vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde ihn großartig und habe mich sehr darüber gefreut.

      Ich glaube, dass wenn man schon “zu viel” denkt, wozu ich auch neige, manchmal ein paar ganz brauchbare Gedanken zustande kommen. Die kann man dann ruhig ab und zu mit den Mitmenschen teilen. Am besten mit den virtuellen.

      Mir gings mit dem Trailer genauso. Er hat mich ziemlich mitgenommen, und ich weiß gar nicht warum genau … Du hast Recht, hätten wir den Blog nur weil wir gerne schreiben, hätten wir keinen Blog und würden stattdessen ein Notizheft benutzen. Von Kommentaren (bzw. für mich ergänzend dazu die Twitter-Timeline die voller Gleichgesinnter ist), lebt das Vorhaben Bloggen. Man erwartet auf jeden Fall eine Reaktion auf das Geschriebene. Die Unsicherheit und die Zweifel die wir in der wahren Welt haben versuchen wie durch das virtuelle zu kompensieren in dem wir uns hier mehr Zeit zum nachdenken nehmen, bevor wir etwas von uns preisgeben. Ich neige nämlich dazu, Menschen mehr über mich zu erzählen als ich eigentlich möchte und tun würde, wenn ich länger darüber nachgedacht hätte.

      Ich werde dann wohl auch in Zukunft meine Gedanken öffentlich machen und hoffe du gibst auch nächstes Mal deinen Senf dazu. 😉

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  2. Interessanter und schöner Text.

    Ich bin nicht wirklich Nostalgiker, jedes Zeitalter hat seine Vor- und Nachteile und Technikfortschritt ist nun mal nicht aufzuhalten. Man muss nur darauf achten, wie man damit umgeht.

    Und ich liebe das Internet und die Ausdrucksmöglichkeiten darin. Es ist tatsächlich wie eine Art Maske, die man vor sich herträgt, die kaum einen Blick auf das spontane, ungeschminkte Selbst ermöglicht. Aber so wie Clark Kent eigentlich Superman ist und nicht umgekehrt und so wie Batman Inkarnation von einem Teil von Bruce Waynes Persönlichkeit ist, kann die Internetpersönlichkeit näher am Wahren sein als die Rolle, die man in der Öffentlichkeit spielt, weil es eben leichter ist, durch eine Maske hindurch die (subjektive) Wahrheit (leider auch in Form von Beleidigungen) zu sagen. Aber selbst wenn es nicht so weit kommt, ist der Online-Auftritt meist doch immerhin EINE Ausformung der eigenen Persönlichkeit. Die Superheldenrolle, die man wählt, sagt ja auch schon etwas über die Persönlichkeit aus.

    Selbst wenn man von Angesicht zu Angesicht dann doch nicht miteinander klarkommt, erklärt das die Gedanken und Meinungen, die der andere online äußerte, ja nicht für nichtig. Und wie will man schon das wahre Ich festlegen? Das ist ständig im Fluss, von tausend Dingen beeinflusst.

    Und ja, ich würde sehr gerne einige der Menschen, die ich aus dem Netz kenne, mal persönlich treffen. Nicht zuletzt habe ich meinen Mann im Netz kennengelernt. Und ich glaube nicht, dass wir beiden introvertierten Menschen das im analogen Leben hingekriegt hätten. Das Internet ist eben auch ein Ort für Leute, die sonst nirgends ihre Stimme heben können.

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    1. Freut mich zu hören und vielen Dank für deine wirklich wundervollen und wahren Worte. 🙂

      Ich liebe das Internet auch. Internet ist für mich das tollste am Fortschritt. Für mich war sogar die Erfindung des SMS damals eine Offenbarung, weil ich telefonieren nicht ausstehen kann. Mir ist es einfach lieber wenn ich kurz darüber nachdenken kann was ich sagen möchte. Quasi je weniger vom spontanen, ungeschminkten Selbst, wie du das so schön nennst, umso besser. Ich mache mir nur darüber Gedanken wie sehr diese gut durchdachte Internetpersönlichkeit und das Leben hinter der Superheldenmaske Einfluss auf die wahre Identität nehmen. Ich konnte noch nicht herausfinden ob es mich selbstbewusster macht oder nur noch verschlossener in Gesellschaft realer Gesprächspartner.

      „Selbst wenn man von Angesicht zu Angesicht dann doch nicht miteinander klarkommt, erklärt das die Gedanken und Meinungen, die der andere online äußerte, ja nicht für nichtig. Und wie will man schon das wahre Ich festlegen? Das ist ständig im Fluss, von tausend Dingen beeinflusst.“ Das möchte ich, so großartig wie du es geschrieben hast, einfach stehen lasen. Vielen Dank dafür.

      Und dass du deinen Mann über das Netz kennengelernt hast, ist genau der Punkt, der das Internet zum wahren Segen macht. Aber es ist wohl wie jedes Ding mit viel Macht: Es ist gut, solange es nicht in falsche Hände gerät, denn es kann genauso dafür genutzt werden um Aggressionen los zu werden. Aber das ist mir bisher zum Glück erspart geblieben, und wird es vermutlich in den Kreisen in denen ich mich bewege auch bleiben.

      Apropos dein Mann. Kann es sein, dass ihr kürzlich geheiratet habt? Wenn du lieber nicht darauf antworten möchtest, weil es der Analogen Welt vorbehalten bleiben soll, dann gratuliere ich einfach so ins Blaue vom ganzen Herzen und wünsche euch alles Gute für die Zukunft. ❤

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      1. Hm, ich habe noch gar nicht darüber nachgedacht, wie mein Online-Leben mein Offline-Verhalten beeinflusst. Ich denke, nicht negativ. Ich finde es aber schwierig, Leuten, die nicht so viel mit sozialen Netzwerken am Hut haben, das Bloggen usw. und seinen Stellenwert in meinem Leben verständlich zu machen. Da nehme ich schon eine Barriere wahr.

        Ja, wir haben neulich geheiratet (ist nichts für die Geheimakten, finde ich). 🙂 Vielen Dank für die Glückwünsche!

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      2. Das mit der Barriere habe ich auch feststellen müssen, darum erwähne ich mein Blog höchstens Mal am Rande. Und tatsächlich ist es auch so, dass kaum jemand von meinen Freunden und Verwandten aus dem Offline Leben sich für mein Blog interessiert. Das fand ich anfangs Schade, aber mittlerweile ist es gut so wie es ist.

        Ach wie schön! Jetzt haben wir doch tatsächlich im gleichen Jahr geheiratet. 🙂

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  3. Wieder mal so viel Wahrheit in einen Texten. Ich denke mir das in letzter Zeit immer mit der Verfügbarkeit von Filmen: Früher in den 80er oder 90er Jahren hat man die abgenudeltste VHS unzählige Male gesehen und sich daran erfreut. Heute quillt das Filmregal über, weil man eben relativ günstig an qualitativ hochwertige Blu-rays herankommt, aber man hat nicht mehr die Zeit, wie früher sich so sehr über einzelne Werke zu freuen. Oft verstauben die Filme viel zu lang im Regal. Auch irgendwie pervers, aber wohl nicht so sehr wie 100.000 Euro Fernseher! Dafür kaufen sich andere Leute ein ganzes Grundstück…

    Das Internet und unser Auftreten darin ist wiederum ein anderes Thema. Was unser kleines Eck des unendlich großen Netzes angeht, so habe ich doch den Eindruck, dass wir alle irgendwie relativ „authentisch“ sind. Der Eindruck mag natürlich täuschen, aber man sollte eben nicht immer vom schlechtesten Fall ausgehen — auch nicht im Netz…

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    1. Das mit den Filmen ist ein sehr gutes Beispiel für das was ich meine. Die eigentlich bessere Qualität verläuft sich in der Quantität des Überflusses. Das ist sehr schade.

      Ich habe auch das Gefühl, dass wir relativ “authentisch” sind, aber wirklich viel wissen wir voneinander nicht. Mich stört es auch nicht wenn jemand vorgibt etwas zu sein was er nicht ist … war nur so ein Gedanken der sich bei mir breitgemacht hat. Durch den Trailer dann natürlich noch intensiver, denn ich frage mich ob in Zukunft tatsächlich das virtuelle Leben überhand nehmen wird …

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  4. Momentan stehe ich dem Internet sehr skeptisch, bzw. negativ gegenüber.
    Ich genieße es zwar auch schnell etwas zu kaufen, mit Leuten zu schreiben und mir schnelle Informationen einzuholen, aber ich frage mich immer mehr, ob es das Wahre ist.

    Das Suchen und Kaufen in der Umgebung ist viel Schöner und Spannender. Mit Leuten 1:1 zu reden ist viel schöner und besser als diese hingerotzten Whatsapp-Nachrichten.
    Mit Zeitungen bekomme ich ebenfalls meine Infos.

    Das Internet ist eine rießengroße Komfortzone, in der man aufpassen muss, dass man nicht stagniert.
    Aber ich glaube nicht, dass sich die Charakterzüge der Menschen grundsätzlich ändern. Es ist ein neues System, wo sich bestimmte Aspekte verschieben, aber das passiert auch an verschiedenen Orten im „Real Life“.

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    1. Ich glaube ehrlich gesagt, dass es kein Zurück mehr gibt. Ich kann dich sehr gut verstehen und es stimmt auch was du sagst, aber es denkt eben nicht jeder so … und vermutlich sind wir am Ende die aussterbende Spezies, denn die neue, die Internet- und Whatsapp-Generation wird es nicht anders kennen.

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  5. Deinen Text finde ich super! Ich bin zwar in den 90ern aufgewachsen, aber auch ich kann mich noch an spärliches TV-Programm, selbst aufgenommene Kassetten und Telefone, mit denen man nur telefonieren konnte (und das auch nur an einem festen Ort!), erinnern. Schlecht war das nicht, es war einfach so.
    Und heute ist es eben nicht mehr so.
    Ich fühle mich manchmal auch von bestimmten Dingen und Entscheidungsmöglichkeiten überfordert. Ich habe z.B. bis heute kein Smart Phone. Erst war es mir zu teuer, inzwischen finde ich diese Handyabhängigkeit, die ich in meinem Freundeskreis beobachte, so unfassbar nervig, dass ich nicht selbst Teil dieser Welt werden will.
    Auch was du über das virtuelle Ich schreibst, trifft es auf den Punkt. Klar zeigen sich hier alle von ihrer Schokoladenseite, es ist ja auch so viel einfacher als im echten Leben. Ist schon eine Art der Persönlichkeitsreduzierung, aber ich sehe das nicht nur negativ. Trotzdem weiß ich nicht, ob ich Menschen kennenlernen möchte, die ich nur online „kenne“. Onlinedating z.B. käme für mich nie infrage. Das ist dann wirklich zu viel Persönlichkeitsreduktion für meinen Geschmack…

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    1. Vielen Dank. Ich mag deinen Kommentar auch sehr gerne.

      Ich finde es geht heute auch ohne Smartphone, allerdings nur solange man nie Eins hatte. Hat man mal eins gehabt, gibt es kein Zurück mehr. Darum bewahre dir deine „Unschuld“, solange du kannst. Ich find das cool. 🙂

      Die „Persönlichkeitsreduzierung“, wie du es nennst, sehe ich auch absolut nicht negativ, im Gegenteil. Ich bin mir sicher, dass je mehr man von sich preisgibt, je persönlicher man wird umso angreifbarer wird man. Man verliert den, sehr wichtigen Schutz, denn Menschen schmeißen nicht nur mit Nettigkeiten um sich.

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  6. Oh, sehr interessanter Artikel. So ein bisschen Platz für „Offtopic“ ist immer was Feines. 😀

    Was die Sache mit der Nostalgie betrifft: ich denke zwar gern an früher zurück, aber eine Zeit ohne das Internet und mit Kassetten etc vermisse ich nicht so sehr. Ich mag das WWW-Zeitalter und genieße es unendlich, dass ich an jede Information rankommen kann, die ich will. Früher war es für mich als Dorfkind (!) nur mit Kleinstädten in der Umgebung (!!) die komplette Abschottung von allem was ich cool finde. Nur ein Kino in der Nähe, nur einen Laden mit Manga, keinen Laden mit Comics … uff. Das war großartig, als ich festgestellt habe, dass es im WWW über alles was zu lesen gibt und dass man dank der unsichtbaren Datenleitung Gleichgesinnte findet. Schade nur, dass das wohl leider auch Überwachungsmaßnahmen mit sich bringt. Trotzdem: Nostalgie ist wunderbar.

    Und die Sache mit den Identitäten: ich finde das ist neben der Überwachung einer der großen anderen negativen Aspekte des WWW – Die Selbstdarstellung. Nichts ist langweiliger, als Menschen die so tun, als ob sie unfehlbar wären oder sich hinter der Anonymität verstecken und beispielsweise andere angreifen. Sowas bringt mich auf die Palme. Aber ich habe auch den Eindruck im WWW v.A. Gleichgesinnte gefunden zu haben, die ich schon gerne im echten Leben treffen würde! Möglich, dass das der größte Trugschluss ist – aber ich bin immer noch sehr überzeugt davon auch im www ein bisschen Menschenkenntnis zu haben. (Es sei denn natürlich, man wird total für dumm verkauft und bekommt was vorgegaukelt. Da kann man wohl auch im real life wenig dagegen tun …) Die anderen, die Selbstdarsteller, ignoriere ich eher. So ein bisschen kriegt man das manchmal mit, wie siehst du das?

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    1. Vielen Dank und danke für dein Kommentar. Es interessiert mich immer sehr was du zu solchen Themen zu sagen hast. Ich finde auch, ein bisschen “Offtopic” kann nicht schaden.

      Hinter der Anonymität verstecken und andere angreifen ist so ziemlich das Letzte, aber leider keine Seltenheit. Ich sehe das ziemlich genauso wie du, vor allem auch dass ich ein paar der Gleichgesinnten sogar sehr gerne Mal kennen lernen würde. Die Menschen zu kennen, mit denen ich mich regelmäßig „unterhalte“ meine ich auch, darum wäre es noch spannenden sie mal wahrhaftig zu treffen. Wer weiß, vielleicht ergibt sich in Zukunft mal was. 🙂

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      1. Na Gorana, sollen wir mal in Zukunft nen Film gucken? XD Das wärs doch!
        Sehe das genauso – möchte ne ganze Menge der Leute hier aus der Bloggerlandschaft gerne mal im echten Leben kennen lernen. Bin auch gespannt wie es wird. Ob man gleich das Gefühl hat sich zu kennen oder sich doch fremd ist? Finde ich sehr spannend.

        Apropos… ich bemerke gerade, dass du als Gorana schreibst. Nicht mehr Ergo? 😀

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      2. JA unbedingt! 😀 Es trennen und nur schlappe 6 Stunden Autofahrt. Ich finde das ist machbar. 🙂

        Ergo stimmt ja irgendwie nicht mehr, das das ER ja nicht mehr ist, was ja eigentlich egal ist aber mir war so nach Gorana … bis mir was besseres einfällt. XD

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      3. Zur Not kann man sich ja auch in der Mitte treffen – wo auch immer das ist XD

        Achso klar! Aber die ‚Ergo’thek bleibt die Ergothek, oder? Haha, dir war so nach Gorana? 😀 Kann ich gut verstehen, mir ist an manchen Tagen auch nach ‚Stefanie‘. XD

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      4. Guter Plan Stefanie. Das machen wir mal! 😀

        Ja ERGOThek ist Ehrensache. Das bleibt auf jeden Fall. Lustig dass du das verstehst … war mir nicht sicher ob das auch nachvollziehbar rüberkommt. XD

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      5. Das dämmerte mir erst so richtig, als ich den Kommentar geschrieben habe, dass sich Ergo aus deinem Vornamen und Nachnamen zusammengesetzt hat XD Das ist glaube ich echt gut für mein löchriges Gedächtnis, weil ich glaube ich deinen Namen irgendwo auf deinem Blog (About? Impressum?) mal gelesen habe. Und nein, ich bin kein Stalker. 😉 Behaupte ich. XD

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  7. Hmmm… ich smsse mittlerweile noch mit meinem Telefon. Ansonsten telefoniere ich. Ich wüsste nicht warum ich es 1 mal im Jahr wechseln sollte! Ist doch Verschwendung von Rohstoffen und am Ende nur Elektromüll!?!

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    1. Bei mir ist es doch auch nur alle 2 Jahre … hab mich da vertan. 😉 Siehst du dafür telefoniere ich mir meinem Telefon kaum. Einmal am Tag wenns hoch kommt 2 Mal. Für mich ist das ein bisschen Computer-Ersatz. Ich sitz in der Freizeit kaum vor er Kiste.

      … ach ja und alle 2 Jahre wechseln, wegen dem Fortschritt. Die Smartphone Software lässt nicht zu, dass man ein Telefon zu lange behält.

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  8. Der Überfluss… er und ich, das ist eine Hassliebe. Ich schaffe es ja nicht mal mich Abends für einen Film zu entscheiden, bei der Fülle an Filmen, die zur Verfügung stehen 😀
    Musste beim lesen deines Textes an eine Szene aus „American Pie: Das Klassentreffen“ denken, den ich gestern wieder im TV gesehen habe. Als Stiffler an der Tür klingelt und fragt, ob er das Telefon mal benutzen dürfte und der Anwohner sich wundert, warum er kein Handy hat. Ja, zu Zeiten von „American Pie“ (1999) war das noch üblich 🙂 Ich kann mich auch noch ein solche Zeiten erinnern und vermisse sie ein wenig, aber wahrscheinlich auch, weil das eigene Leben da noch so befreit war.

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    1. Hassliebe trifft es bei mir auch ziemlich genau. 🙂

      Haha. Stimmt. Verfahren, Verlaufen, Autopannen und all das gute Zeugs aus dem man früher Filme gemacht hat fällt durch das Handy-Zeitalter weg. Das ist schon ein Problem.

      Wir verbinden das wahrscheinlich auch noch zusätzlich mit der sorglosen Kindheit, darum wirkt die Erinnerung noch befreiter.

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      1. Ich bin eigentlich recht froh darüber, dass ich bisher noch niemanden nach dem Weg fragen musste. Dafür bin ich nämlich zu schüchtern 😀

        In der Zeit, wo ich das Telefon, oder sonstige digitalen Zeitverschwender nicht in Reichweite, vermisse ich sie aber auch nicht.

        Ach wie gerne wäre ich doch noch mal ein Kind und würde mit einem Puzzle oder meinen Legosteinen am Esszimmertisch sitzen, während sich meine Mutter ums Essen kümmert. Ehrlich gesagt ist mein Leben momentan nicht viel schlechter. Lego liegt immer noch auf dem Esszimmtisch, nur muss ich mittlerweile selber kochen 😀

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      2. Das wird ja immer besser. Du hast Angst vor Horror-Filmen und bist auch noch zu schüchtern um nach dem Weg zu fragen. 🙂 😀

        Das stimmt … Ich glaube es geht schon ohne. Aber solange es greifbar ist, greift man auch danach. Hm. Und Beherrschung ist so schwierig.

        Ich habe mir auch einige Kindheits-Angewohnheiten beibehalten, nur dass man nie wieder alle Zeit der Welt dafür hat und es nicht mehr so schön genießen kann. Und das mit dem selber Kochen ist so ziemlich das lästigste am Erwachsensein.

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      3. Ist das jetzt etwa verwerflich? :O Um genau zu sein, habe ich nur Angst davor, mich zu erschrecken – sprich vor Jump Scares.

        Beherrschung kann ich auch nicht, sonst würde ich so einiges anders machen 😀

        Ich find Kochen eigentlich ganz angenehm, zumindest wenn man genug Zeit hat und es am Ende schmeckt 🙂 Und am besten richtet man sich sein Leben so ein, dass man noch genug Zeit für die schönen Dinge hat ^^

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      4. Im Gegenteil. Das macht dich nur noch sympathischer. 🙂 Angst davor zu erschrecken … das verstehe ich sogar. Mir gehts so, wenn jemand direkt neben mir mit dem Ball spielt. Da habe ich immer Angst den Ball an den Kopf zu bekommen.

        Meist ist es aber so, dass man nach einem langen Arbeitstag nachhause kommt und noch kochen muss. Bäh. Genau das erwartet mich in einer halben Stunde. Ich versuche ständig mir das Leben so einzurichten, dass ich noch genug Zeit für die schönen Dinge habe, aber irgendwas bleib immer auf der Strecke. Es gibt so viele schöne Dinge und so wenig Zeit … hach ….

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      5. Deswegen sollte man Freude für diese Momente entwickeln. Ich koche gerne mit meiner Freundin, weil wir so etwas zusammen unternehmen. Außerdem esse ich gerne. Ist dann ein super Gefühl, wenn das, was man gekocht hat, auch noch schmeckt 😀

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