Kurz ist das neue Lang 5/16 – 3 mal Neu aber doch irgendwie vertraut

Unfriended (2014, Levan Gabriadze)

Dieser Film hat viele Namen. Ich habe beschlossen, den zu verwenden, den auch die Filmdatenbank meines Vertrauens verwendet, Letterboxd. In Deutschland heißt er Unknown User, und sein Festivaltitel ist Cybernatural. Ich hoffe ihr wisst jetzt ungefähr um welchen Film es sich handelt. Jedenfalls habe ich hier etwas besseres bekommen als ich erwartet hatte. Eine Innovation. Es handelt sich um einen Film der sich ausschließlich auf dem Bildschirm einer Jungen Dame abspielt. Unfriended ist ein Geisterfilm im Cyberspace. Er beantwortet uns die Frage, „Was geschieht mit den Facebookprofilen der Toten?“ Tja, die Toten leben darin natürlich weiter und rächen sich mit Hilfe dieser neuartigen Sozialen Vernetzung an denen die Schuld an ihrem Tod sind, was sonst!? Klasse Idee, gab es noch nicht (zumindest nicht dass ich wüßte), und das obwohl es so naheliegend wäre. Und obwohl die Idee neu ist, fühlt es sich vertraut an, weil man Facebook, Skype und all die anderen Vernetzungsmedien selbst täglich verwendet, und somit diese ganzen Vorgänge unheimlich vertraut scheinen. Es sind nicht mehr nur alte viktorianische Häuser und Psychiatrische Anstalten Anlaufstelle für böse Geister, die sozialen Netzwerke sind ihr neues Zuhause. Sehr zeitgemäß und gut dargestellt.

The Future (2011, Miranda July)

Erst mal vorweg, Miranda July, tolle Frau. Ich lerne sie zwar erst kennen, aber das was ich bisher kenne, mag ich sehr. In ihrem Film (Regie, Drehbuch, Hauptrolle) The Future geht es ganz primitiv zusammengefasst darum: SIE braucht Veränderung, sucht sich was neues, verlässt IHN, bereut es. ER hat nicht damit gerechnet, will es nicht wahrhaben. Kennt man zu Genüge, aber nicht auf die art. Miranda July schafft es diese abgedroschene Geschichte so wunderbar neu zu interpretieren und darzustellen, dass man sie kaum wiederkennt. So viel eindrucksvolle Symbolik, soviel Feingefühl für Metaphern und soviel Liebe zur Kunst. Der Film ist der Wahnsinn. Ich liebe, bewundere und beneide sie für diese Idee diese Geschichte eben so zu erzählen wie sie es tut. Dieser außergewöhnliche kleine Film bekommt ganz klar einen besonderen Platz in meinem Herz, aber ich spreche absichtlich keine Empfehlung aus, denn der Film ist nicht jedermanns Sache. Er verzichtet zur Gänze auf eine klare Sprache und verlangt volle Aufmerksamkeit. Und wenn man sich ihm hingibt, dann weiß man auch, dass die durchwegs sehr bedrückende Stimmung gar nicht so negativ gemeint ist. Das schönste daran ist, The Future ist ein Film, den ich nie mehr vergessen werde, weil ich immer und immer wieder an ihn denken muss (so beeindrucken, wunderschön und intelligent), und ich habe endlich eine tolle Frau gefunden, die ich bewundern kann. Miranda July for President.

A lot like Love (2005, Nigel Cole)

Kein großer Film. Eine RomCom die schon da war, bevor diese die Filmwelt überflutet hatten. Auch wenn ich RomComs für die (fast) schlimmste Erfindung halte, seit es Liebesfilme gibt, mag ich diese irgendwie. Aber auch nur gewissermaßen. Ich hasse das Ende, aber ich hasse Happy Endings im allgemeinen wie nichts Anderes. Ich mag eigentlich nur die Idee, dass Menschen, quasi zufällige Bekanntschaften, die kurz erscheinen und wieder verschwinden uns trotzdem so sehr in unserem Tun und unserem Werden beeinflussen können. Oft mehr als die, die unser Leben lang bei uns sind. Wahrscheinlich interpretiere ich mehr hinein, als er aussagen wollte, aber ich mag eben meine Idee davon. Was ich gar nicht verstehen kann ist: Wie kann sie um Himmels Willen Jeremy Sisto (Leute ich muss dringend eine Sisto Werkschau machen und ich fange mit einer Neusichtung von SFU an … beschlossene Sache. Auch wenn es Jahre dauert. Das mache ich jetzt) für Ashton Kutcher sitzen lassen. Unvergesslich dafür Ashton Kutschers Bon Jovi Ständchen. Herzallerliebst.

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6 Gedanken zu “Kurz ist das neue Lang 5/16 – 3 mal Neu aber doch irgendwie vertraut

  1. Lobende Worte für UNFRIENDED… da musste ich mich echt überwinden auf Like zu drücken :O Für mich ist der das schrecklichste, was ich jemals gesehen habe. Sämtliche Kritik läuft ins Leere und der Film ist so UNFASSBAR öde.

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    1. Haha! Oje. Schön dass du es trotzdem gedrückt hast. xD Ich weiss, dass sich da die Geister sehr scheiden! Aber mir hat er Spaß gemacht und das gebe ich auch gerne zu. Ich hoffe aber trotzdem nicht dass da noch mehr Ähnliches kommt. Das würde ich dann auch sehr öde finden.

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