Deadpool und das Superheldenfilm-Genre

Ich verspüre das überaus dringende Bedürfnis endlich wieder mal über einen Film zu schreiben. In regelmäßigen Abständen meine subjektive Ansichten zu Filmen hier zu veröffentlichen wäre nämlich von allergrößter Bedeutung. Da ich im Moment aber viel zu selten Filme sehe (diese Sommerpausen immer), was ich selbst ganz schön schlimm und furchtbar und sogar ein bisschen frustrierend finde, muss ich eben zum Schreiben nehmen was da ist. Und der letzte und leider einzige Film, den ich in den letzten 17 Tagen gesehen habe, und somit auch der einzige zu dem die Erinnerung noch zur Gänze intakt ist. Dann mal los Deadpool, lass uns spielen!

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Warum musste es genau Deadpool sein, wenn ich eh schon so wenig zum Filme schauen komme?

Gute Frage. Jedenfalls nicht weil ich dachte er wäre gut. Es ist eher, weil er wichtig ist. Es gibt Filme, die muss man gesehen haben, auch wenn man sich nichts davon erwartet oder der Film nicht zum bevorzugtem Genre (in dem Fall Superheldensatire) gehört. Er ist Gesprächsthema, und die Meinungen gehen meilenweit auseinander. Genau das macht ihn interessant. Man möchte sich mit seiner Meinung auch irgendwo einordnen, der Vielfalt Einzug gewähren, oder im schlimmsten Fall mal wieder einen schlechten Film sehen, damit man die Guten wieder zu schätzen weiß. Kein Film ist somit Zeitverschwendung. Jeder einzelne Film, egal ob gut oder schlecht trägt zum Erfahrungswert bei.

Was habe ich erwartet?

Ich gebe zu, ich habe diese Superheldenfilmeepidemie allmählich satt. Ich schätze Abwechslung im Leben und bei Filmen. Ihr denkt jetzt wahrscheinlich: „Du musst sie dir ja nicht ansehen, es gibt genug andere Filme“. Aber so einfach ist es nicht solchen Phänomenen zu entkommen. Man wird regelrecht davon belästigt. Auch wenn man sie nicht sieht, weiß man gezwungener Maßen trotzdem so gut wie alles darüber. Siehe aktuell die PokemonGO Katastrophe. Es kann doch nicht sein, dass Menschen zu solchen Lemmingen geworden sind. Das macht wohl die globale Vernetzung aus uns. Wir haben Angst nicht mitreden zu können, und machen deswegen bei jedem Blödsinn mit. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Zurück zu Deadpool und meinen Erwartungen. Superhelden. Bitteschön. Macht nur weiter Superheldenfilme, vielleicht wird bald ein eigenes Genre daraus, so wie beispielsweise Western. Denn dann wäre es endlich gerechtfertigt, dass solche Maßen an Filme über das selbe Thema produziert werden. Wieviele davon braucht es eigentlich, damit daraus ein eigenes Genre wird? Wie auch immer … vor 2 Jahren, da habe ich Guardians of the Galaxy noch richtig gefeiert. Ich fand diese Anti-Superhelden wirklich lustig, und erhoffte mir von Deadpool etwas ähnliches. Was ich bekam war aber nicht nur ähnlich, sondern ziemlich dasselbe in grün, oder besser gesagt in rot.

So war Deadpool

Er verspricht anfangs, finde ich, etwas besonderes zu sein. Auch den Aufbau mochte ich sehr. Er beginnt mit dem Kampf, bzw. der Anreise zum Kampf und erzählt dann die Geschichte wie es dazu kam in Rückblenden. Ein oder zwei Witze haben mich zugegebenermaßen tatsächlich zum Lachen gebracht, die andren 12.000 fand ich nicht nur nicht witzig, sie waren sogar viel zu gewollt und so gar nicht auf den Punkt. Wie oben schon erwähnt, hatte ich das Gefühl da will jemand Guardians of the Galaxy überbieten und einen noch witzigeren, noch krasseren Film machen, mit einem noch antiheldigeren Superhelden, und einem noch trashigeren Soundtrack (Wham!). Tja, das schwere Los des Nachfolgers. Wie man so schön sagt: „Kennst du einen, kennst du alle.“

Superheldensatire? Hat das Zukunft?

Während für mich Super und vielleicht auch Kick Ass so richtig gute Superheldensatire ist, und das Ganze auch noch aus einer ziemlich kritischen Perspektive angeht, ist Guardiens of the Galaxy schon das erste Scary Movie der Superheldenfilme. Das war noch witzig, aber alles was danach kam, ist schlicht und einfach überflüssig.

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13 Gedanken zu “Deadpool und das Superheldenfilm-Genre

  1. Ok. Ich bin von deinem Kommentar nicht so überzeugt, vielleicht liegt es daran das ich als Comicfan auch gerne Comicverfilmungen sehe. Superheldenfilme oder besser gesagt Comicverfilmungen, sehe ich schon jetzt als eigenes Genre an, welches aber über jedes andere Genre übergestülpt werden kann. Superhelden sind da natürlich der bekannteste Teil davon, ein gutes Gegenbeispiel für Comicverfilmungen ohne Superhelden ist „Blau ist eine andere Farbe“(wobei ich bisher nur den Comic gelesen habe). Als erstes finde ich es persönlich nicht richtig Deadpool oder Guardians of the Galaxy als Superheldensatire einzuordnen, Kick-Ass oder Super allerdings schon. Deadpool ist ein Anti-Superheld doch keine Satire, gleichzeitig kann man natürlich, auch wenn ich persönlich trotzdem gelacht hatte, die Witze für zu flach und kindisch halten. Satire hinterfragt kritisch, Deadpool ist einfache Comedy. Diesen Film, unter den ganzen Comicverfilmungen der letzten Jahre, rauszusuchen ist natürlich problematisch. Zum einen, weil es nicht der typische Superheld und Superheldenfilm ist, den wir die letzten Jahre vorgesetzt bekommen hatten, mal lustiger (Ant-Man) und mal ernster (Batman v Superman). Zum Anderen, weil er dadurch den Superheldenfilm ab absurdum führt (4th wall breaking, R Rating) und sogar vor dem eigenen Franchise nicht halt macht (alle Anspielungen auf die X-Men Reihe). Am Ende ist meiner Meinung nach Deadpool der Film des Jahres (obwohl das Jahr noch nicht vorbei ist), denn sowohl Batman v Superman, Civil War als auch X-Men: Apocalypse haben zwar mal wieder einen drauf gesetzt und waren mal besser und mal schlechter, wurden mit Riesenbudgets produziert und wurden im voraus mit viel Wirbel umworben. Aber Ende hat keiner der anderen Filme gegenüber Deadpool so überrascht.

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    1. Ich wäre für mehr Comicverfilmungen ohne Superhelden. Das wäre mal eine willkommene Abwechslung. Ich finde ja auch Walking Dead gut und The Fountain (wobei ich hier glaube, dass der Film vor dem Comic war).

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  2. „Es kann doch nicht sein, dass Menschen zu solchen Lemmingen geworden sind. Das macht wohl die globale Vernetzung aus uns. Wir haben Angst nicht mitreden zu können, und machen deswegen bei jedem Blödsinn mit.“ Weiter muss ich nicht lesen, um dir jetzt schon zu applaudieren… ich gebe ja zu, dass ich als Comic-Nerd mittlerweile auch nur noch blind in die ganzen Comic-Filme laufe, aber so langsam hätte ich da auch gerne mal ein bisschen mehr Abwechslung. „Deadpool“ war jetzt – bis auf Reynolds wirklich gute Interpretation des Charakters – auch nicht so das Nonplusultra. Nur weil er brutaler war, ist er jetzt so der Shit??? Finde ich auch etwas komisch. Aber gut, ist wohl so…

    Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob da ein paar tatsächliche Satiren demnächst mal auf uns zu kommen. Aber es ist ja immer so, irgendwann wird auch der Comic-Kram sein leises Ende finden. Jedes Genre hatte doch diese Hochphasen… mal schauen, was als nächstes kommt 😀

    P.S.: Ich mag dein neues Design!!! 😉

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    1. Oh cool. Ich mag Applaus! 😀

      Es würde ja so viele Comics ohne Superhelden geben. Man könnte die doch mal verfilmen, wenn man schon schon existierende Geschichte zum Filmemachen braucht. Besser wäre natürlich wenn es wieder mehr Original Drehbücher geben würde, sonst müssen sie bei den Preisverleihungen bald die Kategorie streichen.

      Ich fand auch, dass sein Badasstum zu sehr gewollt war, leider. Es gibt ja noch ein paar unverfilmte Superhelden. Wäre ja unfair wenn nicht jeder von ihnen einen Chance bekommen würde. Und wir brauchen dringend noch einen 5ten Batman und 12ten Superman! Ein paar Jahre werden wir somit schon noch damit leben müssen. 😉

      Oh, danke. Bin auch sehr damit zufrieden. 🙂

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      1. Es gibt sehr viele sehr, sehr schöne Comics, die auch ohne Superhelden auskommen… da könnte man sich sehr viel aussuchen, um mal was anderes zu verfilmen.

        Naja… ich bin echt gespannt, wie lang das alles noch so gut gehen wird…

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  3. Oh ein neues Theme. Sehr, sehr schick! Gefällt mir richtig gut. Wow! 🙂

    Zum Film: Viel Hype, könnte ganz unterhaltsam sein, aber nichts, was ich jetzt sofort sehen müsste. Und ich mochte „Guardians of the Galaxy“ sehr.

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    1. Dankeschön. Ich freu mich auch, dass ich jetzt mal eins gefunden habe, mit dem ich win bisschen länger leben kann. 🙂

      Ist auch so. Lass dir Zeit, eilt nicht. Es gibt sehr sehr sehr viele bessere Filme auf der Welt!

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  4. Jaaaaa volle Zustimmung was Deadpool betrifft. Zwar haben sie diesmal den Charakter einigermaßen comic-getreu abgebildet (im Gegensatz zum desaströsen Auftritt in X-Men Origins Wolverine – für den Schrott bin ich mal ins Kino gegangen, oh je), aber die Geschichte ist ziemlich fade und öde und im großen und ganzen eine sehr profane Heldengeschichte. Und selbst da ist es eine die schon zig Mal erzählt wurde. Inzwischen kommen mir die Superheldenfilme auch alle einfach viel zu ähnlich vor. Und das obwohl ich große Hoffnung in ’neue‘ Figuren gesetzt habe wie den Black Panther (Diversität hallo) oder in Dr. Strange. Aber mal gucken, ob die das Ruder nochmal rumreißen. So recht glaube ich da nicht dran.

    Pokémon Go hingegen finde ich faszinierend. Obwohl ich die App langweilig finde und es nicht spiele, ist es schön zu sehen, dass ein Teil meiner Kindheit immer noch soviel Aufmerksamkeit erregen kann.

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    1. OMG, das war damals auch Deadpool. Der Kampf auf dem Dach? Das war mir gar nicht so klar. Das war wirklich ne Katastrophe. Haha, aber siehst du ich kenne ihn auch. War zwar nicht im Kino, habe aber die Blu-ray zuhause. Ich würde mir auch mal ne Innovation wünschen, aber ich glaube dass es schwierig ist, weil die Macher entweder schon zu beeinflusst sind davon was es schon gibt, oder sich nicht trauen etwas ganz anderes zu machen, solange das so wie es ist funktioniert.

      „… dass ein Teil meiner Kindheit immer noch soviel Aufmerksamkeit erregen kann.“ Ein schöner Gedanke. Ich war die Generation davor. 😉

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