Sing Street (2016, John Carney)

Mir war wieder danach über einen Film zu berichten, ihn euch einfach mal kurz ans Herz zu legen. Es muß ja nicht immer in einer vollständigen Analyse inklusiver Gefühlsausbruch ausarten. Einfach eine spontane, lockerflockige KuschelRezension für zwischendurch. 

Vor einigen Tagen, genau gesagt vor 14 Tagen habe ich nämlich einen sehr guten Film gesehen, bei dem ich mir schon während der Sichtung dachte, darüber muss ich berichten. Die Filmblogosphäre muss erfahren, dass es diesem Film gibt und ich in gut finde. Sing Street ist der 2te Musikfilm von John Carney den ich mir ansehen durfte. Sein Film Once war schon eine echte Offenbarung, aber als ich erfahren habe, dass dieser Mann einen neuen Film hat, der auch noch mein geliebtes Genre, Coming Of Age abdeckt, und zudem noch in meinem Lieblingsjahrzehnt, den 80ern spielt, wußte ich der kann nur genial sein. Nun das war er auch, nur nicht ganz so weltbewegend wie Once. Vielleicht ist Glen Hansards Musik einfach nur ein kleines bisschen besser oder herzergreifender, als die die die (echt 3 die!) 80er zu bieten hatten. Trotzdem großes Kino von Anfang bis Ende.

Es gibt da diesen tollen Jungen, der eine Band gründet, nur um ein Mädchen zu beeindrucken, was dann am Ende sein Leben verändert … Die Musik ist schon ein großartiges Geschenk des Menschen an die Welt. Sie gibt uns so viel, muss ich immer wieder feststellen … Ein kleines Manko gibt es allerdings in diesem Film. Der große Bruder unserer Zentralfigur bekommt nicht die Wertschätzung die er verdient. Dieser besagte verwandte Gefährte ist das großes Vorbild unseres Protagonisten, sein Beschützer, der Fels in der Brandung. Ihm hat er sein gesamtes Wissen über Musik zu verdanken. Dieser Bruder lebt für die melodische Kunst, liebt sie und philosophiert für sein Leben gern darüber. Wie sich später im Film herausstellt, hatte auch er Ambitionen diese Kunst aktiv zu betreiben, woraus dann einfach nichts wurde. Jedenfalls eine sehr starke und tragende Figur, dieser Bruder. Ohne ihn würde das Konstrukt des Films in sich zusammenfallen, ohne ihn wäre der Plot sehr gewöhnlich. Er wertet das Gesamtkunstwerk um ein Vielfaches auf. Warum erzähle ich euch das eigentlich, und warum klingt das Ganze so nach einem großen aber? Weil es eins gibt, ein sehr großes. ABER diese tolle Figur, übrigens sensationell gespielt von Jack Reynor (in den ich mich ein bisschen verguckt habe), bekommt nicht diese Anerkennung die ihr zusteht. Was wird aus ihm? Wie geht es für ihn weiter? Wo ist der Dank, dass er als Nebendarsteller den Film trägt, und wo ist sein Happy End? Schade, aber nichtsdestoweniger liebe ich den Film aus vielen Gründen sehr. Wahnsinnig gut gewählter Cast. Das richtige Maß an Humor, die richtige Menge an Musik, 80er Nostalgie und Coming of Age. Kann gut sein, dass diese Aspekte nicht jedermanns Sache sind, mir sagt das alles jedenfalls sehr zu. Und Once more: Bravo, John Carney!

sing-street-clip-jack-reynor

Und nun muss ich wohl John Carney zuliebe auch noch Begin Again sehen. Dann spielt Keira eben mit. Ich kann ja nicht ewig gute Filme boykottieren nur weil ich sie nicht sehen mag. Wenigstens ist Mark Ruffalo an ihrer Seite, der wird mich schon von ihr ablenken können.

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16 Gedanken zu “Sing Street (2016, John Carney)

  1. Hast du jetzt „Keim“ oder „Keira“ geschrieben? Ich kan es bei der Schrift nicht unterscheiden. *lach* Ich liebe sie ja und kann gar nicht verstehen, wie man sie nicht mögen kann. Püh.

    Achso, falls du dich fragst, wie ich den Film damals fand:
    https://friedlvongrimm.wordpress.com/2016/06/20/kinowoche-sing-street-conjuring-2/
    Es heißt also wieder mal Franzi gegen den Rest der Welt, weil ja alle den John und seine Filme so abfeiern.

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    1. Also … ja, Keira natürlich. Ich wiederum kann nicht verstehen wie man sie lieben kann, als Schauspielerin zumindest. So ist sie ja nicht unsympathisch.

      Zum Glück habe ich deinen Text erst gelesen, nachdem ich den Film gesehen habe und den Text verfasst habe. 😉 Man kann und muss nicht alles mögen, was andere mögen … im Gegenteil. Ich mag es wenn ich einen Film hassen, den alle lieben. Ich fühle mich dann total besonders. Tolles Thema für den 5er Donnerstag, übrigens.

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  2. Ganz toller Film! Mir hat besonders imponiert, wie er es schafft zwischen realistischer Lebensdarstellung und Musical-Fantasie zu wechseln (und in gleichem Maße, wie die Musik der Teens „wirklich“ klingt und wie sie in ihren Köpfen wirkt). Definitiv icht nur was für 80s Nostalgiker, sondern für jeden, der nicht direkt von der Idee eines Musikfilms abgeschreckt wird.
    Mein „Meckern auf ganz hohem Niveau“ wäre dann auch ähnlich, wie bei Dir. Carney schafft es, mit ganz wenigen Szenen, aus Nebenfiguren, die in anderen Filmen reine Karikaturen wären, interessante Charaktere zu machen. Aber dann erfährt man viel zu wenig von ihnen. Der ältere Bruder ist da sicher das beste Beispiel aber unter den Bandmitgliedern sind auch welche, die kaum mehr als zwei Sätze sagen dürfen.
    John Carney ist dann wohl noch’n Regisseur von dem ich mir das bisherige Werk anschauen muss…

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  3. Tja, und noch immer weiß ich nicht, ob ich diesen Film sehen soll ^^.
    „Once“ fand ich nämlich ganz schrecklich, aber „Begin Again“ fand ich toll. Ich sehe Keira aber auch sehr gerne – und sie kann erstaunlich gut singen (für jemanden, die als Schauspielerin und eben nicht als Sängerin bekannt ist). Ich bin gespannt auf deine Meinung, falls du ihn dir noch ansiehst.

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    1. Wenn du Once nicht mochtest, kannst du dir Sing Street ruhig ansehen. Sind komplett unterschiedliche Filme. Andere Musik, andere Art von Darstellern und alles sehr viel positiver als bei Once.

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  4. Den will ich auch noch unbedingt sehen. Und „Once“ auch, der jetzt ja endlich bei Amazon Prime läuft, aber leider nur auf deutsch. Ganz doof. Da muss ich noch warten. „Begin Again“ fand ich aber ganz famos, unbedingt nachholen… 🙂

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    1. Ich habe jetzt auch Amazon Prime … aber noch nicht aktiv genutzt. Da gibts Filme zum Teil nur auf Deutsch?? Ist ja doof. Once solltest du unbedingt auf Englisch sehen. Ganz furchtbar bei SingFilmen, wenn die Sprechstimme eine andere ist, als die Singstimme. Bei Netflix kann dir das übrigens nicht passieren. 😉

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  5. Der liegt bei mir schon im Regal. Und nachdem ich letztens im Auto schon den Soundtrack gehört habe (und ihn umwerfend fand – ich bin aber auch ein großer 80ies-Fan, von daher war das nicht so schwer), will ich auch unbedingt demnächst den Film nachholen.

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