PRISONERS (2013)

Ich habe vor gar nicht allzu langer Zeit den guten alten Thriller zu meinem Lieblings-Genre gezählt. Es gab für mich nichts besseres, als Filme wie Das Schweigen der Lämmer, Leon – Der Profi, Sieben oder Zodiac. Leider begann das Genre irgendwann nur noch Einheitsbrei zu produzieren und langweilte mich damit fast zu Tode. Die Geschichten wurden immer noch verbrauchter, unfertiger und vorhersehbarer. Dann kam Prisoners … und weckte wieder Hoffnung in mir.

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Die Geschichte

… dreht sich um 2 Familien deren kleine Töchter entführt wurden. Regisseur Denis Villeneuve beschreibt, in anspruchsvoller Erzählweise, wie leicht die Besessenheit von einer Idee dazu führen kann, dass man die Moral ausser Acht lässt, dabei nicht an die Konsequenzen denkt, weil man nur noch das Ziel vor Augen hat. 3 Dinge die den Film fabelhaft machen – 1. Ein Vater, dessen einzige Motivation darin besteht, seine Tochter zu finden – der nicht auf die Polizei warten will, stattdessen den eigenen Instinkten folgt und zu Selbstjustiz greift. 2. Der Polizist mit Charakter und Köpfchen, der das selbe Ziel verfolgt und trotzdem sein Gegenspieler zu sein scheint. 3. Das sehr gelungene Ende welches die gute Story bestätigt und das Machwerk sehr rund erscheinen lässt.

Villeneuve

Prisoners hat endlich mal wieder alles was ein guter Thriller haben muss, und es ist NUR ein Thriller, kein GenreMix, einfach direkt und ehrlich. Da hat es Denis Villeneuve tatsächlich geschafft, mir wieder Lust auf Thriller zu machen. Danke schon mal dafür. Ich musste schon während der Sichtung feststellen, wie sehr mir das gefehlt hat. Diesen talentierten Kanadier werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

Jackman und Gyllenhaal

Was auch unbedingt erwähnt werden muss sind die beiden großartigen Schauspieler, die wahrlich und merklich ihre Rollen sehr gut verinnerlichen konnten. Hugh Jackman als Vater, der um seine Tochter zu finden jegliche Grenzen zu überschreiten bereit ist, und Jake Gyllenhaal als sehr sympathischer Polizist, der seinen Job sehr gründlich und gewissenhaft zu machen weiß. Bei beiden Figuren kann man erahnen, dass mehr dahinter steckt als uns gezeigt wird, was auch der ausgezeichneten Darbietung der beiden zu verdanken ist.

Ich mag das

… wenn mich ein Film so positiv überrascht und erfreut. Große Geschichte, großes Schauspiel, großes Kino. Die Spannung lässt keine Sekunde nach, die Geschichte zeigt keine Schwächen, und hat keine Lücken. Der komplette Cast kann überzeugen. Man fühlt sich teilweise sogar unwohl zusehen zu müssen, kann das Handeln nicht gutheißen, obwohl man weiß, dass die Beweggründe sehr menschlicher Natur sind. Ein Film der alle Sinne beansprucht, zum Nachdenken und Staunen bringt. Eben ein THRILLER wie er zu sein hat.

5

Erscheinungsdatum: 20. September 2013 (Vereinigte Staaten)
Regisseur: Denis Villeneuve
Länge: 153 Minuten
Altersfreigabe: FSK 16
Drehbuch: Aaron Guzikowski
Kamera: Roger Deakins

Das sagen meine Mitblogger dazu: 

Filmherum (5/5)
Filmrisse (8/10)
Kuleschow-Effekt (3/4)
Medienjournal (9,5/10)
Zeilenkino („Einer der besten Thriller der letzten Jahre“)
Ziemlich beste Filmkritiken (9/10)

Jake Prisoners Loki Pinky Ring

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14 Gedanken zu “PRISONERS (2013)

  1. Ich war ja auch sehr angetan von „Prisoners“, deshalb kann ich Deinem Worten nur zustimmen. Gerade Hugh Jackman war eindrucksvoll und ist völlig in der Rolle verschwunden. Außerdem ist es Denis Villeneuve gelungen, sehr viele komplexe moralische Fragen quasi nebenbei zu behandeln. Und obwohl ich schon zu einem recht frühen Zeitpunkt die tatsächliche Lösung als Vermutung geäußert hatte, hat mich der Film von diesem Pfad wieder heruntergeholt.

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    1. Ich kann mir vorstellen, dass du mit deiner Krimi-Erfahrung immer recht früh bescheid weißt, aber wenn er es geschafft hat dicht wieder davon abzubringen, ist das schon mal ein gutes Zeichen.

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    1. Das freut mich besonders! Bin gespannt was du dazu schreibst.

      Er war bei uns aber auch nicht so groß wie in Amerika. Ich wusste auch bloß davon, weil überall Plakate zu sehen waren, als ich letztes Jahr in NY war.

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  2. PRISONERS gefiel mir auch ausgesprochen gut, obwohl ich nach einigen sehr überschwänglichen Kritiken doch etwas skeptisch war, ob der Film mit diesen Vorschusslorbeeren auch mich und meine Erwartungshaltung überzeugen kann – ich wurde in keiner Sekunde hängen gelassen. Der Film ist trotz seiner stolzen Laufzeit durchgehend spannend, ein richtiger Thriller eben, wie du so treffend beschreibst.

    Einzig und allein die Frauenfiguren konnten mich nicht so ganz überzeugen, gegen die starken männlichen Protagonisten können die nicht wirklich einen überzeugenden Konterpart leisten. Das war schade, aber verkraftbar.

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    1. Ein sehr seltenes Phänomen … dass man trotz überschwänglichen Kritiken nicht enttäuscht wird. 😉

      Jetzt wo du es sagst … das mit den Frauenfiguren ist wirklich wahr. Ist mir selbst aber nicht so aufgefallen. Vor allem hätte die Figur der Nancy, von Viola Davis gespielt, sehr viel Potential gehabt …

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  3. Den gilt es für mich auch noch zu rezensieren, deinen Ausführungen kann ich mich aber rundweg anschließen! Ein waschechter Thriller, der trotz der stolzen Laufzeit nie langweilt oder durchhängt und dabei – wie Zeilenkino schon schrieb – moralische Fragen aufzuwerfen versteht und zumindest mir es während des Schauens sehr schwer gemacht hat, für die eine oder andere Partei klar Position zu beziehen. Ein Film, der seinen Vorschusslorbeeren erfreulicherweise gerecht werden konnte!

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    1. Alles durchwegs positive Argumente für einen ausgezeichneten Film, von dem ich bisher noch nichts schlechtes gehört habe. Faszinierend, dass es so etwas heutzutage noch gibt. 🙂

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  4. Meine Meinung zu „Prisoners“ kennst du ja schon 😉 Ich freue mich jetzt nach „Prisoners“ ja schon auf „Enemy“ mit Gyllenhaal und von Villeneuve. Wird wohl auch wieder ein Thriller 🙂

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  5. „Prisoners“ bekommt von mir auch die volle Punktzahl. Fand ich großartig. Besonders Gyllenhaal… mit seinen ganzen nervösen Ticks und diesem ständigen Blinzeln… unheimlich gut und herrlich hinterhältig für einen Film. Man weiß ja nie so richtig, was wirklich los ist, wer der Böse ist.

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    1. Gyllenhaal mich auch sehr überrascht. Ich glaube jetzt gibt er gas, was mich sehr freut. Ich wusste, aus Donnie Darko wird mal was gutes. 😀

      Ich fand das auch sehr spannend nicht zu wissen, wer der Bösewicht ist!

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      1. Wenn du Gyllenhaal magst, kann ich dir echt nur „End of Watch“ empfehlen. Der ist wirklich verdammt gut!!!

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  6. Thriller geht für mich ja über Atmosphere. Das ist bei den Großen (Schweigen der Lämmer, etc.), ja nicht anders. Und hier war die so beängstigend, dass es fast zum aus der Haut fahren war. Das Ende… ich wusste echt nicht was sie machen würden und das war – endlich mal wieder – unerträglich 🙂

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