Brooklyn (2015, John Crowley)

Ich weiß nicht wann ich das letzte mal eine so überzeugend gespielte Liebesgeschichte gesehen habe. Ich bin ganz entzückt und über beide Ohren verliebt in diesen Film (und ich fangirle ein bisschen für den süßen Emory Cohen). Ich habe mitgelacht, mitgeweint, habe Heimweh verspürt und war wahrhaftig mitverliebt. Ich liebe New York und Irland … jetzt noch mehr. Mein emotionales Zentrum wurde jedenfalls getroffen.

Ich weiss eigentlich gar nicht ob es mir unter diesen Umständen möglich ist eine halbwegs professionelle Rezession zu schreiben.

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Let’s tryBrooklyn ist an und für sich eine klassische Liebesgeschichte. Ein Mädchen muss sich zwischen 2 Männern entscheiden, und damit auch die dazugehörige Heimat wählen. Auf der einen Seite steht New York, wo sie sich ganz alleine ihre neue Existenz erkämpft hat. Auf der anderen Seite Irland, das Land das ihre eigentliche Heimat ist, ihr aber leider nichts zu bieten hatte, sie deswegen gehen ließ, und sie dann als gemachte Frau zurückhaben will. Für mich funktioniert der Film auf jeder Ebene so wunderbar, weil alle Entscheidungen die Ellis trifft weise und durchdacht scheinen. Sie machen tatsächlich Sinn, und das obwohl sie noch so jung ist, und obwohl die großen Gefühle im Vordergrund stehen. Der Film handelt eben von einer großartigen Frau, die weiß was sie will, die ihrem eigenen Glück folgt, und dabei trotzdem nicht rücksichtslos ist.

Ach, dieser Film macht so viel richtig, dass es schon fast kitschig ist. Diese Zeit, in der jedermann in Amerika, dem neugeborenen Land, großes Potential sah. So viele Menschen ernährten sich quasi von dieser greifbaren und durchaus realen Hoffnung. Wie schwer und gleichzeitig schön diese Zeit gewesen sein muss. Das wird es nie mehr geben … Und dann gibt es da noch das gewisse Etwas, was den Films so überaus sympathisch macht. Man spürt, dass Nick Hornby das Drehbuch geschrieben hat, denn egal wie ernst, traurig oder kitschig die Situation ist, der Film verliert niemals seinen Humor. Großartig! So müssen Liebesfilme sein! Zum weinen, lachen und seufzen schön.

(Nicht so wie „The Notebok“…. Ach da kommt mir die Idee für ein Projekt. Ich rege mich so gerne über „schlechte“ Liebesfilme auf. Ich könnte das mit Hilfe eines direkten Vergleiches ja mal argumentieren. Ja, das mache ich … bei Gelegenheit.)

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14 Gedanken zu “Brooklyn (2015, John Crowley)

  1. Ach, das hört sich schön an 🙂 Als der Film im Kino lief hat er mich, trotz positiver Stimmen und Oscarnominierung, irgendwie gar nicht so richtig interessiert, weil ich halt dacht es wäre doch „nur“ wieder eine normale Liebesgeschichte. Aber deine Rezension macht mir jetzt wirklich Lust, den Film zu sehen.

    Und hier sieht es wieder anders aus, oder? Vom Design her? Gefällt mir, ich mag es ja gerne mit Sidebar 🙂

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    1. Ich bin auch mit Zweifel in den Film (bei Liebesfilmen bin ich wirklich sehr kritisch), und dann hat er mich voll vom Hocker gehauen.

      Ja. Passiert bei mir leider viel zu oft. Bin designtechnisch noch nicht angekommen. Man ist aber auch ziemlich eingeschränkt mir den vorgegebenen Themes … Aber das gefällt mir erstmal nicht schlecht.

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  2. Das was ich ja schön fand war die Tatsache, dass es ja eigentlich nicht darum geht, dass die Dame sich zwischen zwei Herren entscheiden muss, sondern eben um das Thema Heimat und Hoffnung. Und mir tut Emory echt leid, denn er wird nie an zweiter Stelle genannt. Verdammter Domhnall.^^

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    1. Ich finde das kann man nicht so einfach voneinander trennen, denn erst durch die Liebe wurde das fremde Land zu ihrer Heimat. Und auch hätte sie wahrscheinlich nicht so lange darüber nachgedacht wieder nach Irland zurückzugehen wäre da nicht der andere Mann gewesen. JA der arme Emory … aber er wird sicher auch berühmt wenn er groß ist. 😀 …

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      1. Ich meine ja auch nicht trennen, aber ich wollte nur darauf hinaus, dass ich die Inhaltsangabe „eine Frau zwischen zwei Männern“ irgendwie nicht als passend empfinde (wie sie überall steht, nicht auf deinen Text bezogen), da es um soviel mehr geht.

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  3. Wenn Liebesfilme anständig gemacht sind, können sie so schön sein. Ohne Kitsch und eine pervertiert idealisierte Version dieser Welt, die nur Hausfrauen-Träume befriedigen soll. Meine Favoriten sind die BEFORE Trilogie, PERFECT SENSE, JACK IN LOVE, HER, ABOUT TIME und natürlich noch der irrsinnige LOVE EXPOSURE. In BROOKLYN hab ich auch Hoffnungen.

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  4. Da bin ich mal gespannt. Hab den Film noch nicht gesehen aber steht schon auf meiner Liste. Ich hab in letzter Zeit einige schlechte und kitschige Liebesfilme gesehen (auch wenn „The Notebook“ für mich nicht dazugehört haha) dass ich mich auf den wirklich freue. Besonders nach deiner Rezession!

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  5. Mir hat Brookly im Kino auch richtig gut gefallen. Die vielen ruhigen Momenten in denen soviel Gefühl transportiert wird. Toll! Wer ihn noch nicht kennt, sollte ganz schnell mal eine Sichtung anstreben.

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