Der Horror in DRAG ME TO HELL (2009)

Es gab einmal … eine Zeit, da waren Horrorfilme etwas ganz Besonderes. Gewisse Menschen steckten all ihre Liebe in die Inszenierung und die Geschichte dieser gruseligen Filmgattung. Alles war schön und der Horror zeigte sich von seiner besten Seite. Doch dann kamen die 90er und änderten alles. Es wurde still um diese begnadeten Schöpfer des Horror, denn ein neues Zeitalter war angebrochen. „Horror für Jedermann“. Zuerst wurde der Grusel weichgespült, dann die Monster weggelassen. Viele horrorarme Jahre vergingen, und als dann der Mensch, dank des digitalen Zeitalters, die Computer-Animation entdeckte, schien es ganz einfach diese Kreaturen wieder zum Leben zu erwecken. Durch die Rückkehr der Monster (auch Geister, Aliens und all die anderen Kreaturen natürlich) kam auch die Angst langsam wieder zurück in die Filme. Doch die Stimmung, die war dahin, es war einfach nicht mehr dasselbe.

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Lange Zeit war ich nur noch enttäuscht und frustriert, und konnte mit diesem Genre immer weniger anfangen. Doch irgendwann wurden meine Gebete erhört, und das von keinem geringeren als von Sam Raimi (Tanz der Teufel). Wer wenn nicht er kann das unverwechselbare Horror-Flair wieder in die Filme bringen. Er dachte wahrscheinlich das gleiche wie ich: Wer sagt denn, dass man Horrorfilme von heute nicht nach dem Prinzip von damals machen darf? Er hat den Schritt gewagt und damit mich und hoffentlich noch ein paar andere glücklich gemacht. Er hat jedenfalls den neuen Grundstein gelegt, und damit offensichtlich zum Oldschool Flair im kontemporären Horrorfilm inspiriert. Danach trauten sich auch James Wan (Insidious) und Scott Derrickson (Sinister). Sie weiteten das Spielfeld sogar auf ein neues, wunderbares Horror Zeitalter aus, das meinen Geschmack sehr entgegenkommt. James Wan hat es dann mit Insidious 2 leider wieder verkackt, aber auch das passt ins Schema, denn wir ignorieren den 2ten Teil ganz einfach, nach klassischer 80er Horrorfilm-Manier.

Ich bin jedenfalls wieder voller horrormäßiger Freude, wenn neue Horrorfilme das Licht der Welt erblicken, denn die „Ich weiß eh was mich erwartet, also sehe ich es mir gar nicht erst an!“ Zeiten sind vorbei. Raimi sei Dank!

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Drag me to Hell

… ist für mich, wie oben erwähnt, der Vorreiter der Wiederkehr des Horrors aus den 80ern. Er splattert und er ist einfach nur böse. Keine Gnade, nicht mal ein Happy End. Purer nackter Horror, mit Flüchen, alten Zigeunerinnen und Seelenfressenden Monstern direkt aus der Hölle. Hast du dich mal mit ihnen angelegt, und das meist ungewollt, gibt es kein entkommen mehr. Sam Raimi verwendet sogar das richtige Maß an modernen Animations-Möglichkeiten um das Ganze perfekt abzurunden. Nicht zuletzt konnte er sogar die entzückende Alison Lohman als Hauptdarstellerin gewinnen, die sich so mirakulös das ganze Horrormäßige Zeugs gefallen lässt, und das ohne mit der Wimper zu zucken. Ich finde besser ist kaum noch zu schaffen. Falls ihr noch nicht überzeugt seid, dann erzähl ich euch auch noch, dass Drag me to Hell sogar zu Quentin Tarantinos Top 10 Filmen im Jahr 2009 gezählt hat. Hat Thomas für mich gegoogelt. 

Drag Me to Hell

Produktionsland: USA Erscheinungsjahr: 2009 Länge: 99 Minuten Regie: Sam Raimi (The Evil Dead, Spider-Man, The Great and Powerful) Drehbuch: Sam Raimi, Ivan Raimi Kamera: Peter Deming Musik: Christopher Young Altersfreigabe: FSK 16

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20 Gedanken zu “Der Horror in DRAG ME TO HELL (2009)

  1. Puh! Ich fand den Film grässlich! Aber nicht weil es so ein toller Horrorfilm war, sondern einfach nur grässlich! 😀 Das war mir leider alles zu humoristisch. Darauf war ich nicht gefasst. Ich wollte Horror und keinen lustig-ekligen-humorigen Film. Aber schön, dass du deinen Spaß daran hast. 😀

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    1. Du hast wahrscheinlich keinen Splatter erwartet, was auch verständlich ist heutzutage. Ich bin froh dass Raimi dieses Unter-Genre wieder an den Mann/ die Frau zu bringen versucht. Vielleicht guckst du ihn dir einfach noch mal an, jetzt da du weißt was dich erwartet. 😉

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      1. Muss da Sumi zustimmen: Mich hat der Film auch nicht wirklich überzeugen können. Das ganze wirkt zwar schön trashig, hat mir aber mit seinen vielen skurrilen Momenten nicht so richtig ins Mark gehen wollen. Immerhin haben das dann Filme wie INSIDIUOS (1) geschafft.

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      2. Schade, aber kann ich schon verstehen dass der Film nicht jedem zusagt. Bei INSIDIUOS (1) gehe ich mit. Der hat mir auch ne Spur besser gefallen.

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  2. Sehr schön geschrieben!
    Besonders deine Ansicht zum Werdegang des Horrorfilms.
    Heutzutage gibt es deutlich weniger interessante Filme, die in dem Genre hervorkommen. Das stimmt.

    Ob Raimi aber an dem Horrorfilm des 21 Jahrhunderts soviel beigetragen hat, das weiß ich nicht. Davor gab es einige Filme, die dem Genre Leben eingehaucht haben.
    „Drag Me to Hell“ scheint auch ein Rip-Off von dem britischen 50er Jahre Film „Night of the Demon“ zu sein.
    Das würde ich gerne einmal sehen wollen.

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    1. Danke. Beruht allerdings nur auf meinen persönlichen Empfinden. Kann sein dass es der eine oder andere anders sieht.

      Ach das mit “Night of the Demon” wusste ich gar nicht. Klingt interessant, obwohl die Geschichte die “Drag Me to Hell” erzählt nicht das ist was den Film so toll macht … darum kann ich mir vorstellen, dass das Original nicht besser sein kann. Man müsste es sich mal ansehen.

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    1. Dass er sich selbst nicht ernst nimmt macht ihn, finde ich, aus. Wenn ich mir vorstelle, dass er todernst wäre, dann wäre er nur halb so gut und ich würde mich vielleicht sogar an der eher einfachen Geschichte stören.

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  3. „Drag Me To Hell“ fand ich auch geil, auch ziemlich lustig. James Wan mag ich auch sehr, wobei ich nicht viel von ihm gesehen habe. Der beste moderne Horrorfilm ist aber für mich „Cabin in the Woods“ 😀

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  4. Dass ich den Film nicht besonders mochte, weil er mir zu sehr auf Ekel setzt, sei mal dahingestellt. Was er in jedem Fall gut im Griff hatte, waren schonungslose Schocks.
    Deine Einleitung zum Thema Horror fand ich ganz interessant! Früher habe ich enorm viele Horrorfilme geschaut, als ich so 15-17, ähm, ich meine naürlich 18 war *hust*, habe ich alles mitgenommen, was es gab. Das war gerade so die Zeit in der Horror meines Erachtens nach ein Revival erlebte. Das kam hauptsächlich vom asiatischen Markt mit koreanischen und japanischen Horrorfilmen, die auf böse Twists, gruselige Kinder, sparsame Effekte und auch mal wieder auf Sagen und urbane Legenden setzten. Ich weiß nicht, wo du das in deiner Einleitung einordnen würdest – ich weiß nur, dass das eine gute Zeit für Horrofilme war 😀 zumindest für mich 😄 Da ich davon soviele gesehen habe, wirkten auf mich ältere Horrorfilme oder die, die sehr auf Ekel setzen manchmal unfreiwillig komisch. Es ist wohl immer eine Frage dessen, womit man „groß geworden ist“ bzw. was man zuerst kennen gelernt hat.
    Die Filme mit den gruseligen kleinen Kindern sind ja leider heute eher klischeebeladen und der Markt damit überschwemmt … hach. Auch wenn ich mit dem Thema Horror (fast) fertig bin und kaum noch welche gucke, wenn dann mal wieder was vielversprechendes dabei ist, schaue ich gern hin … bei Insidious zum Beispiel oder The Conjuring.

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    1. Ja das war wohl die Zeit in der The Ring und The Grudge, etc. aufkamen. War die Zeit in der Horror langsam wieder gruselig wurde. Ich für meinen Teil hab vor nix mehr Schiss als vor solchen Horror-Filmen. War definitiv auch eine sehr gute Zeit, die wie du schon sagst leider sehr schnell damit überladen war, weil es nur noch das gab. Schade eigentlich. Ich mochte das schon sehr und habe die Sichtungen der Japanischen Originale noch vor mir. Irgendwann … ich freue mich schon darauf. Auf die Splatter kam ich auch eher spät, bin quasi auch nicht mit den alten HorrorFilmen aufgewachsen, doch mich haben sie dann doch sofort verzaubert. Ist keine Selbstverständlichkeit. 😉

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  5. Ich bin ja eher so der Niemals-Nie-Allein-Im-Dunkeln-Horrorfilme-Gucken-Typ, aber ansonsten mag ich das Genre eigentlich ganz gern – „Drag Me To Hell“ ist mir schon des Öfteren über den Weg gelaufen, ich hab ihn allerdings bisher noch nicht gesehen.

    Ich finde deine Einleitung zu dem Thema auch ganz interessant! Wobei ich sagen muss, dass ich für einen guten Horrorfilm nicht unbedingt Monster, Splatter und reihenhaftes Sterben benötige. Mir gefällt mehr das Subtile, die horrorhafte Atmosphäre, die mir dann die Haare zu Berge stehen lässt. Deshalb war ich auch von einigen Szenen im ersten „Paranormal Activity“ so angetan – wenn man nur Geräusche hört und die eigenen Gedanken verschrobene Bilder im Kopf basteln – auch wenn die meisten Leute sagen, dass der langweilig war.

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    1. Ja wie es aussieht ist das Horrorgenre ja sehr breit gefächert. Oft verschwimmen die Grenzen auch zu Thriller oder Psychothriller. Von der “Paranormal Activity” Reihe habe ich auch nur den ersten gesehen … war aber nicht so mein Fall. Ich mag es wenn der Film eine Geschichte erzählt und nicht nur mit Effekten arbeitet.

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      1. „Paranormal Activity“ war auch nicht gerade der beste Horrorfilm aller Zeiten, aber ich mochte diese unbestimmt Szenen, in denen man wusste, dass gleich etwas passieren würde.

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