3 gute Filme

Dieses Ostern hat für Veränderungen gesorgt. Ich habe euch Geständnisse gemacht und sehr Privates mit euch geteilt. Dieses Ostern hatte schönes und sehr schlechtes Wetter. Stimmung Hochs und Tiefs, Wohlbefinden und Zahnschmerzen, gutes Essen und viel Kuchen. Es wurde sogar zum ersten Mal in diesem Jahr gegrillt. Ich habe Freunde getroffen die ich selten sehe und viel Zeit mit der Familie verbracht. All das hatte dieses Ostern zu bieten. Und nicht nur das, ich habe sogar 3 gute (besser gesagt einen guten, einen sehr guten und einen perfekten) Filme gesehen (allesamt aus 2014), die ich nicht unkommentiert lassen möchte. Die Inhaltsangaben spare ich mir, denn ihr wisst eh worum es geht. Wenn nicht, Google weiß Rat.

Magic in the Moonlight

(2014, Regie: Woody Allen)

Ich habe mittlerweile einige Allen Filme gesehen, was mich nun problemlos den unverwechselbaren Stil wiederkennen lässt. Magic in the Moonlight ist ein typischer Woody Allen. Die Rolle dieser neurotischen, stets pessimistischen, misanthropen und sarkastischen Person, die Allen früher selbst gerne gespielt hat, darf hier Colin Firth übernehmen. Wobei klar wird, dass jüdische New Yorker den steifen Engländern sehr ähnlich sein können. Auch die besondere, quirlige, zierliche, witzige und viel jüngere Frau darf nicht fehlen. Diese Rolle ist Emma Stone natürlich wie auf den Leib geschneidert (hach … ich liebe diese Frau). Alles in allem bekommt man hier genau das was man erwartet. Und man bekommt sogar einen visuellen Bonus in Form von wunderschöner Landschaft der französischen Côte d’Azur (da muss ich unbedingt hin) und des entzückenden Stils der 1920er Jahre. Mich hat der Film sehr gut unterhalten. Nicht Allens bester, aber bei so guten Filmen, die er bisher erschaffen hat und der Regelmäßigkeit in der er sie raushaut, ist es auch schwer noch einen drauf zu setzen … zumal er das mit Blue Jasmine eben erst geschafft hat.

Maps to the Stars

(2014, Regie: David Cronenberg)

Ich hatte keine Ahnung was mich erwartet. Ich wußte es ist ein Croneberg, was für mich schon Garant für einen guten oder zumindest einen besonderen Film ist. Und ich wußte dass er mit meinen Lieblingsstars vollgepackt ist. Außerdem hat er im Allgemeinen keine sehr gute Bewertung, was mich irgendwie noch mehr reizte. Woher die eher mäßige Bewertung kommt, ist mir jetzt auch klar. Der Film wird in den meisten Filmdatenbanken als „Komödie“ ausgewiesen, was so nicht ganz richtig ist, denn zum Lachen ist diese „Satire“ nicht wirklich. Es wird zwar alles sehr überspitzt dargestellt, und Croneberg macht sich offensichtlich über Hollywood und seine (Alp)träume lustig, aber im Grunde ist es traurig die Traumfabrik aus dieser Perspektive betrachten zu müssen. Denn eigentlich, wenn man ganz ehrlich ist, will man gar nicht wissen was hinter der perfekten Fassade steckt. Man will nicht wissen welche psychischen Störungen und welches inzestuöse Verhalten die perfekt aussehenden und immer gut gelaunten Hollywoodbewohner zu verbergen versuchen. Doch gewissermaßen glaubt man dieser, von Croneberg erschaffenen, Karikatur Hollywoods sofort alles was sie uns weismachen will. Ich fand den Film auf jeden Fall vom Anfang bis Ende sehr gelungen, und Croneberg hat es damit in meiner Regisseure Top Liste ein Treppchen weiter nach oben geschafft. Julianne Moore und Mia Wasikowska haben übrigens ihr absolut allerbestes geliefert. Es war ein Fest ihnen dabei zuzusehen, wie sie verrückt spielen. Jetzt schon ein ganz besonderes Stücken Filmgeschichte.

Nightcrawler

(2014, Regie: Dan Gilroy)

Der beste Film kommt zum Schluss. Wow, war der gut. Wieder einer der sich in der Reihe: „Viel zu hohe Erwartungen übertroffen“, einen Platz verdient hat. Ich finde es klasse, dass es solche Filme gibt. Hinzu kommt die Faszination Jake Gyllenhaal. Was für ein Mann, was für ein Künstler. Und er besitzt auch noch tatsächlich die Gabe sich immer wieder zu verbessern, was nach Prisoners und Enemy fast nicht möglich schien. Wie macht er das nur? Hat wohl absichtlich erst nichtssagende Rollen angenommen (The Day After Tomorrow, Prince of Persia, Love and other Drugs) um dann im besten Alter, wenn sein Gesicht ein bisschen mehr Ausdruck und deutlichere Züge bekommt, so richtig durchzustarten und die Welt vom Hocker zu hauen. Ich glaube so war das. Na dann lass mal sehen Jake, ob du das noch toppen kannst. Ich glaube der Film funktioniert deswegen so wunderbar, weil er so unglaublich gut die heutige Medienwelt, das immer dreister werdenden Schock-Fernsehen, und diese kaltblütigen Menschen die daraus resultieren, widerspiegelt. Wir stehen, den ganzen Film über, einem Mann zur Seite, dem Moral fremd ist, der buchstäblich über Leichen geht um Erfolg zu haben. Und diesen spielt Gyllenhaal beängstigend gut. Dan Gilroy muss hier natürlich auch gelobt werden. Respekt für so ein fantastisches Regiedebüt. Spannend, intelligent, stimmungsvoll und dramatisch … mit Schauspielkunst auf höchstem Niveau. Dieser Film hat einfach alles. Erwartungen um Längen übertroffen. Perfekt!

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17 Gedanken zu “3 gute Filme

  1. Na das waren ja abwechslungsreiche Ostern bei dir – also rein filmmäßig: Magic in the Moonlight hab ich neulich in meinem Blog verrissen – und das, obwohl ich eigentlich ein Woody-Allen-Fan bin. Der Film ist wie eine kleine langweilige und beschauliche Urlaubsfahrt – die Schauplätze und die Stimmung sind sehr hübsch, aber die Handlung: Frage nicht! Es wirkt so, als hätte Allen eine kleine Idee gehabt, die er durchspielt. Der Film gibt einfach zu wenig her.
    Map to the Stars fand ich sehr bitter und sehr zynisch. Keine Figur wirkt sympathisch – jeder hat nen deutlichen Schaden auf seine Weise. Wie du schon sagst, ist es vermutlich sehr nahe dran an der Realität. Die Traumfabrik als seelenlose Wüste. Denn: Die Seelen wurden dem Teufel, dem Geld oder der Eitelkeit verkauft.
    Und Nightcrawler – wollte ich mir in den nächsten Tagen anschauen! Bin gespannt – hab den Teil deiner Beitrags nicht gelesen, um ja nicht „verdorben“ zu werden! 😉

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    1. Hab deinen Artikel eh gelesen, nachdem meiner raus war. Irgendwo hast du schon Recht, aber ich mochte die nette kleine Idee eigentlich ziemlich.

      Bin mal gespannt was du zu Nightcrawler schreibst. Aber ich glaube du hast auch ohne meinen Beitrag gelesen zu haben, jetzt schon hohe Erwartungen. 😉

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      1. Ich hab nochmal nachgedacht: Vielleicht stieß mir der Film deswegen so auf, weil ich einfach für mich selbst weiß, dass die Welt eine magische Komponente beinhaltet. Es kommt einfach drauf an, mit welcher Brille man die Welt sehen will. Ohne diesen Filter ist die Welt ein kalter und trostloser Ort. Wer keinen guten „Gehirn-Optiker“ hat, hat es nicht leicht. Vielleicht empfand ich deswegen die Frage des Films auch ein wenig banal, weil sie so offensichtlich ist. Anders dagegen bei Midnight in Paris. – dort mochte ich die Aussage des Films: Die Zeit im hier und jetzt ist die beste deines Lebens..;)

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  2. Davon interessiert mich tatsächlich nur „Nightcrawler“ – dieser aber umso mehr! Bin schon richtig gespannt, nach deiner Besprechung nun natürlich umso mehr.

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  3. Ihr habt schon gegrillt? Cool. Heute ist das wetter zwar super,aber soweit sind wir noch nicht. Dafür fahren wir übermorgen in den Biergarten, wenn das Wetter so bleibt 🙂

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    1. Ja. War aber keine gute Idee. Am Sonntag wars schon noch sauklat und vor allem windig!!! Aber wir konnten nicht mehr warten. 😉 Jetzt sind die Temperaturen schon sehr viel Frühlingshafter. Hoffen wir mal, dass es so bleibt.

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  4. Da ist Maps to the Stars bei dir wirklich besser weggekommen. 😉 Dass er keine Komödie ist und der in die falsche Schublade gesteckt werden könnte, dachte ich mir auch – aber irgendwie hat die Satire bei mir nicht gewirkt. Irgendwie glaube ich bei solchen satirischen Stoffen, dass die mit einem lauten Knall enden müssten, das hat mir hier etwas gefehlt. Bzw. der Knall war mir wohl nicht zu laut. Irgendwie habe ich darauf gewartet, dass Mia die Hollywood Hills abfackelt oder so …

    Wie es der Zufall so will habe ich Nightcrawler am Montag geschaut und war baff. Ich fand Jake Gyllenhaal mit seinem starren Blick ohne Blinzeln echt ganz schön unheimlich und den Film auch irre gut.

    Und auf Magic in the Moonlight hab ich direkt echt Lust. Ich war schon ein paar Mal im Urlaub an der Côte d’Azur – kanns sehr empfehlen. Wenn man in Nizza am Strand mit den ganzen Palmen rumläuft fühlt man sich ein bisschen wie in Hollywood – und dann mit dem europäischen Flair und den Altbauten ringsrum gibt das so eine besondere Mischung. Echt toll. Fühlte mich immer wie in einen alten, glamourösen Film zurückversetzt.

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    1. Dann würde dir Magic in the Moonlight bestimmt gefallen, zumindest optisch. Wenn mich nicht alles täuscht magst du den Flair der 20er Jahre auch sehr gerne. Machs dir mal gemütlich am WE und seh ihn dir an. Du wirst bestimmt nicht enttäuscht sein. 🙂

      Ja Côte d’Azur muss ich dann mal planen, wenn der Sohn dann zum Reisen bereit ist. 😉

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  5. Keinen der drei gesehen, aber gerade der letzte klingt spannend. Und hach, Jake Gyllenhaal! *herzchenaugen* 😀 Dieser Mann ist wunderbar 🙂

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